Brutto-National-Glück

Heutzutage ist Glück ein wichtiges Thema, vor allem wenn man in einer so technisch und effizienzorientierten Zeit wie der unseren lebt. Viele Menschen jagen dem Glück nach, aber wenige wissen, wie sie es bekommen. Und irgendwie scheint immer zu wenig vorhanden zu sein.

Die Forschungen der Positiven Psychologie haben unter anderem ergeben, dass

50% unseres Glücks genetisch vorgegeben sind.

10% unseres Glücks sich auf „äußere Umstände“ zurückführen lassen.

40% des restlichen Glücks durch bewusste Tätigkeiten beeinflussbar sind.

Wichtigstes Prinzip bei der Glücksjagd: Nie mit anderen vergleichen. Das ist nämlich die Wurzel des Unglücks. Denn es wird immer jemand geben, der in deinen Augen besser, größer, dünner, schöner, reicher, klüger, erfolgreicher, … ist als du.

Zurück zu den 40% unseres Glücks, die wir beeinflussen können. Das Ranking:

  1. großer Freundeskreis und echte (!) soziale Kontakte
  2. Sport (für die Endorphine)
  3. Reisen
  4. Dankbarkeit (täglich nur 3 Dinge notieren wirkt unglaublich!!)
  5. Ziele: was ist WIRKLICH wichtig in meinem Leben.

Falls es jemand vermisst: GELD macht nicht glücklich. Und ich rede NICHT von Menschen, deren Existenz bedroht ist. Ich rede von Menschen, die gut situiert sind, die Wohnung, Essen, Auto, Sicherheit, Freizeit, etc. haben, die aber trotzdem unzufrieden sind und nach (noch) mehr Geld streben. In Europa (und auch andernorts) herrscht der Irrtum, dass Glück hauptsächlich etwas mit Geld, Wohlstand oder materiellem Zugewinn zu tun hat. Dabei ist mittlerweile erwiesen, dass die Freude über z.B. eine Gehaltserhöhung nach 2-3 Monaten rapide nachlässt, ja sogar fast erlischt.

Im Buddhismus wird Glück als Zustand innerer Ausgeglichenheit definiert. Glück hängt also nicht davon ab was du hast oder bist, sondern was du über dich und dein Leben denkst. Vermutlich gibt es deshalb im Königreich Bhutan das „Bruttonationalglück“ (GNH) als wirtschaftliche Einheit. Die Steigerung des GNH gilt dort als wichtigste Maxime! Schon 1974 erklärte der damalige König Jigme Singye Wangchuck, dass man dem „Gross National Happiness“ und nicht dem BIP politisch verpflichtet sei – sozusagen als buddhistische Gegenbewegung zu der in der westlichen Welt vorherrschenden Jagd nach mehr Effizienz, mehr Produktivität, mehr Profit. Jede öffentliche Investition, jede Gesetzesänderung muss sich daran messen lassen, ob sie dem Allgemeinwohl dient und nicht einer Gier nach Wachstum. Gefällt mir!

In diesem Sinne: Verbringe Zeit mit deinen Freunden, bewege dich regelmäßig, schau dir die Welt an, zelebriere Dankbarkeit und finde heraus, was wirklich zählen soll in deinem Leben.

Und vor allem: DENK DICH GLÜCKLICH.

Kopfkino

Du kannst schon wieder nicht schlafen?!

Deine Probleme und unerledigten Aufgaben kreisen unaufhörlich durch deine Gedanken? Du wälzt dich im Bett hin und her und schaust ständig auf die Uhr? Und wenn du dann endlich einschlafen kannst, läutet nach kürzester Zeit der Wecker und du bist gerädert, erschöpft und unausgeruht. Dein Start in den Tag ist mühsam, im Job bist du oft unkonzentriert und die Fehlerhäufigkeit steigt. Was unangenehme Folgen haben könnte… und schon grübelst und grübelst du, das Sorgen-Karussell dreht sich. Wie ein Helikopter umkreist man das Problem, ohne die Lösung zu sehen. Und zu allem Überfluss gesellen dann auch noch starke Emotionen wie Angst, Hilflosigkeit oder Ärger dazu.

Dass das der Gesundheit schadet liegt auf der Hand.

Unser Körper wird im Schlaf regeneriert und repariert. Wenn wir nicht ausreichend schlafen (können), leidet unser ganzes System. Und das ständige Grübeln kann (lt. einiger neurologischer Studien) oft Vorläufer einer Depression sein.

Also nix wie raus aus dem „Kopfkino“ – Aber wie?

An erster Stelle steht: Denken ändern.

Wir sind so im Strudel der oben erwähnten Gefühle (Angst, Hilflosigkeit oder Ärger), dass wir gar nicht mehr darauf achten, welche Gedanken dahinterstecken bzw. sie auslösen. In Afrika heißt es

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

In unserem Fall heißt das: Hol‘ dich raus aus deiner Negativ-Spirale. Schau genau hin, wie du denkst. Stress entsteht oft in Gedanken, denn eine Situation an sich ist neutral. Erst wie du darüber denkst bzw. dann handelst, löst Kortisol (Stresshormon) im Körper aus. Verändern sich die Gedanken, verändern sich auch die Gefühle. Wenn du dranbleibst und regelmäßig übst, kannst du nach ca. 6-8 Wochen eine positive Veränderung deines Verhaltens, deiner Gefühle bemerken.

Zweitens: Entspannung suchen.

Wir leben in einer Welt der medialen Reizüberflutung. Davon bewusst längere Auszeiten zu nehmen, kann wunderbare Effekte auf deinen Schlaf haben, weil das Gehirn nachts nicht so viel verarbeiten muss.

Drittens: bewusstes Atmen.

Wenn du bemerkst, dass dir „alles zu viel“ ist, dann mach Pause. Nur 3 Minuten können schon helfen. Schließe einfach nur die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem.

Viertens: Sorgenkiste füllen.

Schreib dir vor dem Schlafen gehen alle Aufgaben und Probleme „von der Seele“. Lege den Zettel in eine schöne Kiste, wo er sicher verwahrt ist. Am Morgen kannst du ihn dann wieder rausholen und dich mit den Themen ausgeruht und entspannt beschäftigen.

und zu guter Letzt: Grinsekatze spielen.

Unser Gehirn weiß nicht, ob du wirklich fröhlich bist, wenn du lächelst. Allein die Aktivierung der dafür notwendigen Muskulatur, löst die Ausschüttung von Dopamin (Glückshormon) aus.

Also: auf die Plätze – grinsen – Dopamiiiin.

Photo by Annie Spratt on Unsplash

Nichts weckt die Erinnerung so stark wie ein Duft. Victor Hugo

Weißt du noch, wie du dich im letzten Advent gefühlt hast, als die Wohnung erfüllt war vom Duft der frisch gebackenen Kekse? Und geht es dir auch so, dass du sofort an deinen letzten Urlaub am Meer denkst, wenn du in der kalten Jahreszeit an deiner Sonnencreme riechst? Das Glückshormon Dopamin steigt nicht nur an, wenn wir etwas Angenehmes zum ersten Mal erleben, sondern auch wenn wir uns daran erinnern.  

Unser Geruchssinn hat eine direkte Verbindung zu Erinnerungen und Emotionen. Ob wir den Geruch als etwas Schönes oder Gefahr einstufen, ist eine sehr wichtige menschliche Fähigkeit. Die olfaktorische Drüse ist die stärkste Drüse des Körpers und wichtigster Helfer beim Abruf von Erinnerungen und Gefühlszuständen. Bestimmte Gerüche – wie z.B. Lavendel oder Rosmarin – entspannen das Gehirn und stimulieren Regionen, die für die Bildung von Langzeiterinnerungen zuständig sind.

Wie kannst du das für dich im Alltag nutzen?

Wir sind täglich mit so vielen Ablenkungen konfrontiert, dass die Konzentrationsfähigkeit unseres Gehirns negativ beeinflusst wird. Durch die regelmäßige Anwendung von Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, können wir diese permanente Reizüberflutung unterbrechen. Wir fokussieren unsere Aufmerksamkeit auf unseren Atem und lernen, uns wieder zu zentrieren und können mit der Zeit bewusster steuern, welchen Dingen wir Aufmerksamkeit schenken.  

Wenn wir also nun diese Atemübungen mit etwas Positivem koppeln, wie z.B. einem angenehmen Duft, dann aktivieren und knüpfen wir sozusagen ein neues neuronales Netz.

Nach einer gewissen Zeit des regelmäßigen Entspannungs-Aroma-Trainings, kannst du dann in stressigen Situationen einfach den Duft aus deinem Übungs-Setting versprühen und dein Gehirn kann – mit Unterstützung der olfaktorischen Drüse – schneller auf „Entschleunigung“ umschalten. Experimentiere mit allen möglichen Gerüchen, bis du „deinen“ Duft gefunden hast. 

Das hilft auch deinen Kindern:

Studien belegen, dass Menschen, die während der Aufnahme neuer Informationen einem bestimmten Duft ausgesetzt sind, das Erlernte besser erinnern, wenn sie dabei den gleichen Duft wahrnehmen. Man kann also die Lernsituation bzw. die Aufnahme/Konzentration verbessern, indem man mit Gerüchen (sehr wirkungsvoll ist hier z.B. Minze) unterstützt.

Wenn du noch mehr machen magst und dein Kind sich dabei wohl fühlt, kannst du auch noch den Hörsinn aktivieren, indem du leise, angenehme Geräusche aus der Natur von einer CD abspielst (raschelnde Blätter, sanft tröpfelndes Wasser, …).

 

Probiere einfach aus, was dein Kind am liebsten hat.

Verwende bei den Aromen aber ausschließlich hochwertige Produkte aus ätherischen Ölen.  

 

Welche Wirkung? 

Blumendüfte: sorgen für angenehme Träume

Lavendel / Rosmarin: Verbessern die Erinnerung, fördern die Entspannung

Kiefer: Beruhigt

Pfefferminze: Erinnerung, Konzentration, sportliche Leistungen

Mehr zum Thema Wirkung von Düften/Aromen findest Du im Internet z.B. hier

Effizienz

In fast jeder Firma wird dieses Wort irgendwann mal von dem einen oder der anderen ManagerIN verwendet, um klar zu machen, dass eine Abteilung, die Mitarbeiter, ein Prozess, ein Produkt effizienter werden muss. Meist bedeutet das, dass man weniger Geld/Personal einsetzen will, um dafür mehr Gewinn/Produktivität zu erhalten. Kurz: die Wirtschaftlichkeit (=die Kosten-Nutzen-Relation) soll stark verbessert werden. Meist geht das auf Kosten der Menschen, die zur Effizienz angehalten werden. Die müssen sich ranhalten, kurzfassen, schneller werden, 50 Sachen gleichzeitig im Auge behalten und dabei weiterhin freundlich und höflich zu den Kollegen und/oder Kunden sein. Um alles schaffen zu können, werden die Arbeitstage zwangsläufig länger, so wie auch die To-Do-Listen. Und während man telefoniert, checkt man die zahlreichen e-Mails, die noch ungeöffnet im Posteingang lauern und denkt an das nächste Meeting, das in 10 Minuten anfängt und wofür man sich eigentlich schon längst hätte vorbereiten sollen, wäre da nicht die kurzfristige Vorverlegung des Präsentationstermins beim Vorstand dazwischengekommen. *ächz*.

Ich kenne Menschen, die sich dann aber auch in ihrer Freizeit dem Effizienz-Wahn verschrieben haben: Sie packen immer mehr Action in ihr Leben, hetzen vom Brunch zum Power-Shopping (…kauf dich glücklich, du erinnerst dich?!), checken dazwischen permanent ihr Handy auf neue Infos, hören nur mehr mit einem Ohr zu, wenn man mit ihnen spricht und müssen am Wochenende sicher zu 3-4 Events oder Verabredungen. Nicht zu vergessen, dass sie vorher oder nachher oder um 23 Uhr ja auch noch „g’schwind“ das sporteln unterbringen müssen. Und so geht das immer weiter und weiter, ohne Rast und Ruh‘, bis zur Erschöpfung oder bis zum Montag, wo man dann klagt, dass man keine Zeit hatte und „fix und fertig“ ist, weil das Wochenende einfach viel zu kurz war.

Positive Effizienz

Trotzdem finde ich, dass man Effizienz auch sehr wohl positiv verstehen kann. Es geht beim Begriff „Effizienz“ ja darum, dein Handeln so zu optimieren, dass du das gewünschte Ziel auch möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreichst. Wenn du also effizient bist, damit es Dir besser geht oder Du Zeit für deine Entspannung gewinnst, so ist das durchaus positiv zu bewerten und du ziehst daraus Nutzen für dein Wohlbefinden.

Ein paar Beispiele gefällig?

1)  Ich mach das ganz gerne auch gleich als Achtsamkeits-/Konzentrationsübung: Ich schließe die Augen und gehe im Geiste durch „meinen“ Markt, wo ich immer zum Einkaufen hingehe. Und dann schreibe ich Gang für Gang auf, was ich von dort brauche. So wird meine Zeit im Supermarkt später dann nicht zu lang. (ich liebe es nämlich, neue Produkte zu entdecken – und dann bin ich gleich mal viel länger unterwegs, als ich geplant hatte).

2)    Ich koche auch von Zeit zu Zeit gleich größere Mengen und friere sie portionsweise ein. So erspare ich mir das tägliche Kochen und habe immer etwas Selbstgemachtes im Kühlschrank – ich bin nämlich überhaupt keine Freundin von Fertigprodukten, weil 1.) viiiiel zu viel unnatürliche Dinge da drin sind und 2.) dabei viiiieel zu viel Plastikmüll entsteht.

3)    Den Weg zur Arbeit (oder Teile davon) zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

4)    Eine ganz liebe (Ex-) Kollegin hatte unter ihrem Schreibtisch ein Mini-Bike, mit dem sie während ihrer Zeit im Büro immer fleißig strampelte.

5)    Stufen steigen statt Lift fahren.

6)    …?! *

Punkte 3-5 helfen dir, so ganz „nebenbei“ etwas für deine Gesundheit zu tun. Die „gesparte“ Zeit kannst du dann für Ruhe, Stille und Entspannung nutzen. Und nicht, dass Du glaubst, ich bin bei allem super-diszipliniert und mach das dauernd. Aber weißt du was: ich bemühe mich, so oft es geht, diese Dinge einzubauen. Und ich freu mich immer sehr, wenn es mir wieder gelungen ist.

*Vielleicht fallen dir noch weitere Möglichkeiten für positive Effizienz ein. Lass‘ es mich wissen. Bin neugierig auf deine Kreativität.

Work-Life-Balance

Zum August-Blog (24 Stunden) möchte ich noch ein Thema nachtragen: die vielzitierte Work-Life-Balance*.

Für mich war lange Zeit die gängige Definition schlüssig & gültig: Die Arbeit und das Leben in eine gesunde Balance zu bringen. Weil unsere Jobs uns immer mehr abverlangen. Immer mehr Druck und Herausforderung, mehr Leistung, mehr Effizienz, mehr Überstunden, mehr Belastung, mehr, mehr, mehr in vielen Bereichen. Stress pur. Und wenig bis keine Verschnaufpausen. Kein Wunder, dass Arbeit für viele Menschen irgendwann kein Vergnügen mehr ist und man sich nach Freizeit, Urlaub bzw. dem Leben abseits der Arbeit sehnt.

Aber ist diese Trennung Hier-Arbeit/Dort-Leben wirklich gut? Worauf ich hinaus will: Wenn wir die Zeit in der Arbeit nicht auch als Lebenszeit schätzen, dann gehen wir zwangsläufig davon aus, dass ein Teil unseres Tages nicht so wertvoll sind wie der Rest. Vielleicht empfinden wir Arbeitszeit sogar als „verschwendete“ oder „vergeudete“ Zeit unseres Lebens.

Wenn es auch nicht der Traumjob ist, so sind es trotzdem etliche Stunden unseres Lebens, die wir damit verbringen. Egal was man beruflich macht: Ich kann mich jeden Morgen dafür entscheiden, mein Bestes zu geben und mit einer positiven Haltung durch den Tag zu gehen. Wunderbarer Nebeneffekt: auf lange Frist gesehen, wirkt sich das auf das eigene Wohlbefinden (Stärkung der Resilienz) und natürlich auch auf das Umfeld (Kunden, Kollegen, Betriebsklima, …) aus und ich wage zu behaupten auch auf den Erfolg des Unternehmens. Menschen mit positiver Grundhaltung, die Freundlichkeit und Begeisterung ausstrahlen, werden ihren Teil zum Erfolg beitragen: Was Du aussendest, wird zu Dir zurückkommen.

zum Nachdenken: Wenn Du eine nette, freundliche Bedienung erfährst, wirst Du eher geneigt sein zu kaufen oder Trinkgeld zu geben, als bei einer grantig-unfreundlichen, oder?

 

Ich möchte meine Interpretation der „Work-Life-Balance“ vorstellen: Sie ist ein Plädoyer zur Wiedervereinigung von Arbeit, Leben und Zufriedenheit. Gebündelte Kraft: Arbeit ist Leben ist Freude; eine Work-Life-Force.

Jeden einzelnen Tag sieh als einzelnes Leben an – SENECA

Ich finde, das sollten wir uns zu Herzen nehmen.

Jede Stunde, jeder Tag ist kostbar und hält Geschenke für dich bereit. Öffne dein Herz und du wirst sie alle sehen können. Mach deine Welt zu einem besseren Ort mit jeder kleinen Geste der Offenheit, Freundlichkeit, Dankbarkeit, Freude, Großzügigkeit, Begeisterung, Ehrlichkeit oder einfach mit einem Lächeln.

 

 

*Die Entstehung des Begriffes geht zurück auf die Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert als durch die neuen Technologien die Verlagerung von etlichen Arbeitsplätzen in die Fabriken erfolgte und somit zu einer Trennung von Arbeits- und Lebensgemeinschaft führte (wie z.B. Bauern, Handwerker, etc.).

Wikipedia definiert:

Beim Begriff WORK_LIFE_BALANCE wird davon ausgegangen, dass (Berufs-)Arbeit („work“) etwas anderes sei und abseits passiere vom Leben („life“). Ursache für diese Einschätzung können Überforderung oder Unterforderung im Erwerbs-Arbeitsleben sein.

24 Stunden

Nach dem Wochenende oder Urlaub fällt es vielen Menschen oft schwer, wieder in den Arbeitsfluss einzusteigen: „Baaaah, meine Motivation ist gleich Null. Mich freut’s überhaupt nicht, morgen in die Arbeit zu gehen“, hört man oft. Warum ist das so? Warum sind von einem Jahr, von 365 Tagen, nur die Wochenenden oder Urlaubstage super und lebenswert? Was ist mit den restlichen Tagen des Jahres? Findet da kein Leben statt? Sind die nicht wertvoll?

SCHLAF: 8 STUNDEN

Ganz wichtig für den Körper, um auszuruhen, zu entspannen, sich für den neuen Tag zu rüsten und diverse notwendige Reparaturarbeiten durchzuführen. Haben wir viel Stress und Belastung können wir entweder nicht einschlafen oder wachen in der Nacht – meist zwischen 3 und 5 Uhr früh – auf und quälen uns durch unser Gedankenradl.

Zum Nachdenken: Wieviel Zeit schlafen wir tatsächlich? Kümmern wir uns darum, ausreichend zu schlafen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir so viel in unseren Tag packen (müssen/wollen), dass wir unseren Schlaf immer mehr verkürzen? Kein Wunder, wenn à la longue diverse Krankheiten chronisch werden und wir unausgeruht, grantig und unzufrieden sind und schon in der Früh den neuen Tag unseres Lebens genervt und demotiviert starten.

ARBEIT: 8 STUNDEN

Wenigen Menschen ist es geschenkt, ihre Berufung zu leben, den Beruf zu wählen, der ihr Herz zum Singen bringt. Die meisten von uns empfinden Arbeit als lästige Pflicht, als Notwendigkeit, als Möglichkeit, das Leben zu finanzieren. Sie „stiehlt“ Zeit, mit der man sich was Besseres anzufangen wüsste, als hier zu hocken. Wenn man es so betrachtet ist es tatsächlich frustrierend. 8 Stunden (oder mehr) in einer Umgebung verbringen und Dinge tun, die einem irgendwie lästig sind oder zumindest nicht so richtig erfüllen.

Ändern wir mal die Perspektive: Wenn wir einen Tischler beauftragen, eine Kommode zu machen, dann erwarten wir „für unser Geld“ erstklassige Arbeit. Wie würden wir reagieren, wenn das fertige Möbelstück windschief daherkäme, ohne Griffe und unlackiert? Wir wären unzufrieden und würden das Ding nicht annehmen/bezahlen. Conclusio: Wenn man etwas nicht gern tut, oder widerwillig, wie sieht das Ergebnis üblicherweise aus? Ist es fair, Geld für etwas zu nehmen, dass nicht mit vollem Einsatz gemacht und nicht wie erwartet abliefert wurde?

Zurück zu unserem aktuellen Job: Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe, heißt es. Warum also nicht in die Freude gehen? Immerhin sind es 8 Stunden unserer LEBENSZEIT. Die kann ich doch statt mit Grant und Widerwillen auch mit Spaß und Einsatz füllen. Ich kann mir jeden Tag vor Augen halten, dass ich für meine Anwesenheit auch was bekomme: Lohn, Anerkennung, Sicherheit und mich jeden Tag aufs Neue dafür entscheiden, mit Dankbarkeit und Motivation an meine Arbeit zu gehen – egal ob VerkäuferIN oder ManagerIN.

Zum Nachdenken: Dankbarkeit ist eine wichtige Haltung im Leben. Sie ändert den Dopamin-Haushalt im Körper. Dopamin ist wichtig für unser Glücklich- und Zufrieden-Sein. Wenn wir also von Unzufriedenheit in eine Haltung von Dankbarkeit gehen, ändert sich unser täglicher Zustand. Überlege Dir, wofür Du – im Zusammenhang mit Deinem Job – so richtig dankbar bist?  Was hat Dich damals bewogen, den Job anzunehmen? Hast Du nette Kollegen? Welche Vorteile bringt die Anstellung in dieser Firma? Bietet Dein Unternehmen Dir Vergünstigungen? Erfährst Du Anerkennung, ….

FREIZEIT: 8 STUNDEN

Reduzieren wir mal unsere theoretischen 8 Stunden Freizeit um die Notwendigkeiten des Alltags, die untergebracht werden müssen: zur und von der Arbeit fahren (hoffentlich ohne Stau oder lange Wartezeiten auf Bus, Bim, S-Bahn), einkaufen, Kinder bringen/abholen, kochen, essen, sauber machen, Wäsche waschen, bügeln, Hygiene morgens und abends (duschen, Zähne putzen,…), an- und ausziehen morgens/abends, etc. – geschätzt macht das ungefähr 4 Stunden, bleiben 4 Stunden über. Dann noch Sport, Freunde treffen, Buch lesen, Kino, Fernsehen, …

Das geht sich dann schon recht bald mit den 4 Stunden irgendwie nimmer so gut aus und schon reduzieren wir unseren Schlaf, damit wir alles unterbringen.

Zum Nachdenken: Womit verbringen wir unsere Freizeit? Eine Studie hat folgendes ergeben: Mediennutzung 2017 pro Tag: 13 Stunden 14 Minuten, davon 1/3 für Smartphone-Nutzung (das sind über den Tag verteilt rd. 4 Stunden!). Vor dem TV verbringen Europäer täglich rund 186 Minuten täglich (ca. 3 Stunden). Das sind hochgerechnet in etwa 10 Lebensjahre. Im Durchschnitt surfen wir täglich mehr als 1 Stunde im Internet oder in den sozialen Netzwerken.

Vielleicht wäre eine Stunde NICHTSTUN pro Tag eine mögliche Alternative: Innehalten, Ankommen, Sich wahrnehmen. Oder einen Tag mal ohne Radio, Zeitung-, Internet oder Fernseher: Ruhe und Stille, statt noch mehr Reizüberflutung und Action.

 

Zum Abschluß:

Natürlich ist die 8-Stunden-Drittelung für die meisten Menschen so nicht gegeben. Oft ist es ganz anders aufgeteilt. Aber darum geht es mir hier in erster Linie auch gar nicht. Mein Anliegen ist, dass man sich wieder bewusst ist, wie man seine Tage verbringt und dass jeder einzelne Tag LEBENSZEIT darstellt, die man gestalten kann.

Das Leben findet nicht nur während der jährlichen 5 Wochen Urlaub und der 52 Wochenenden statt.

Über das Verurteilen

Manchmal ist es um mein Selbstbewusstsein nicht sehr gut bestellt.  Ich fühle mich gar nicht liebenswert und „wunderbar“, sondern klein und unscheinbar, durchsichtig und verletzlich.

In solchen Momenten ertappe ich mich dabei, wie ich in Gedanken und Gesprächen über andere Menschen und deren Verhalten urteile: 

Die ist ja soooo unflexibel / Der hat sein Leben echt nicht im Griff / Wie kann man nur so xxxx sein (beliebig viele Begriffe einsetzbar von A wie ängstlich bis Z wie zornig)! / Die Leut‘ sind so egoistisch, dumm, unmoralisch, …

Das katapultiert mich auf eine eigenartige Weise aus meinem Gefühlstief. Plötzlich fühle ich mich „überlegen“. ICH bin ja so viel besser drauf, habe alles viel besser im Griff, bin so viel cooler, ICH bin gaaaaanz anders…

Dann hat mich eine harte Erkenntnis gestreift: Je mehr ich mich mit meinen Gedanken und Worten über andere erhoben habe, umso kleiner war ich in dem Moment. Ich habe mir meine eigene Großartigkeit wieder zurechtzimmern müssen, indem ich andere verurteilt und für mich „verkleinert“ habe. Ich war ernüchtert und beschämt.

In Wahrheit ist niemand ist besser (klüger, größer, schöner, cooler, …)  als der andere. Uns verbindet doch viel mehr, als uns trennt. Wir haben andere Sichtweisen, andere Lebensmodelle. Und wer darf sagen, was richtig(er) oder gar besser ist? Darf ich den eigenen Maßstab bei anderen anlegen und sie dann verurteilen, weil sie meinen Werten und Ansichten nicht entsprechen? Jeder von uns hat seinen Weg und seine Bestimmung auf dieser Welt, also sollte er so leben dürfen, dass er erfahren kann, was er hier auf Erden zu erfahren gewählt hat.

Wenn wir uns mehr um uns selbst kümmern und den andern lassen, wie er ist, dann haben wir auch weniger Grund uns aufzuregen. Und ehrlich: was Dich beim anderen so stört, ist doch in Wirklichkeit das, was Du bei Dir nicht siehst oder sehen willst. Wie ein Spiegel reflektiert dieser Mensch deine „blinden Flecken“. Wenn also das nächste Mal z.B. ein „So ein Besserwisser“ durch deine Gedanken huscht, dann frage Dich, ob Du nicht selber auch solche Tendenzen hast. Unsere innere Einstellung manifestiert sich im Außen. Umso größer sollte unser Ansporn sein, eine wertschätzende Haltung einzunehmen. Wir kämen ohne Bekehrung oder Missionierung aus, träten uns auf Augenhöhe entgegen und jedes Gespräch würde eine respektvolle Schwingung bekommen.

Statt andere zu bewerten, darf die Liebe zu mir selbst im Vordergrund stehen und ich kann mich respektvoll und achtsam für mich und meine Grenzen einsetzen.

Am Ende der Zeit erreichen wir alle das selbe „Level“ an Göttlichkeit. Der eine auf diese, die andere auf jene Art. Aber unser aller Weg führt zu einem gemeinsamen Ziel.

 

Plastikplage

Vor kurzem kam ich auf dem Nach-Hause-Weg an einer sehr ansprechenden Auslage vorbei: „Alltag ohne Plastik“ stand da.

Geht das denn?

Ich bin also in das Geschäft rein („Sonnengrün“ – 3., Rochusgasse 19), denn ich war neugierig, was es denn dort so alles zu entdecken gibt und bin mit der Inhaberin ins Gespräch gekommen.

Elisabeth Sonnleithner erzählt, dass Plastik aus unserem Alltag einfach nicht mehr wegzudenken ist. Oft ist es zwar nützlich und lange im Einsatz, aber wir verwenden leider auch eine Unmenge an Wegwerf-Plastik und verschwenden damit wichtige Ressourcen. Oft ist es uns auch gar nicht bewusst, dass sich Plastik in vielen Produkten befindet – in Zahnpasta, im Gesichtspeeling oder im herkömmlichen Schwammtuch. Plastik ist ein fixer Bestandteil unseres Alltags. Das Problem daran: Plastik verrottet nicht. Es zerfällt nur in immer kleinere Teilchen und das erst nach hunderten von Jahren*.

Sogenanntes Mikro-Plastik, das sich in vielen Kosmetikartikeln versteckt, ist zu klein, um gefiltert zu werden und gelangt so in Flüsse und Ozeane. Die schrecklichen Folgen davon sind mittlerweile bekannt.*  

Mit „Sonnengrün“ gibt es eine Alternative und die Möglichkeit, plastikreduzierter den Alltag zu bewältigen. Man kann den eigenen Konsum umstellen, um weitgehend plastikfrei leben, insbesondere durch die Vermeidung von Wegwerf-Plastik.

Zugegeben: es ist wirklich nicht einfach von jetzt auf gleich alle Produkte wegzulassen, die Plastik beinhalten oder in Plastik verpackt sind. Das grenzt fast schon an Utopie. Aber sich Stück für Stück vom Plastik zu befreien und wesentlich bewusster zu agieren ist sehr wohl möglich.

Ich war sehr inspiriert und die vielen nachhaltigen und innovativen Produkte haben mich begeistert. Meinen Einkauf habe ich übrigens im mitgebrachten Stoffsackerl heimgetragen ;).

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die einen Unterschied machen. Wir haben es in der Hand.

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*PLASTIKMÜLL UND MIKROPLASTIK IN UNSEREN MEEREN

Sehr viele Meeresbewohner fressen Plastik in großen Mengen, weil sie es für Futter halten und verenden daran qualvoll.  So wie z.B. der unlängst in Thailand angeschwemmte Grindwal, der 8 kg (!) an Plastiksackerln im Magen hatte. Oder es verheddern sich Delfine, Meeresschildkröten, Robben etc., in herrenlosen Fischernetzen oder ähnlichen Materialien.

„National Geographic“ hat geschätzt, dass bis zu 18 Milliarden Plastikteile jährlich in unseren Ozeanen landen. Bis sich Plastikmüll auflöst, vergehen im allerbesten Fall 450 (!) Jahre. Bis dahin richtet er enormen, nicht wieder gutzumachenden, ökologischen Schaden an. 700 Meerestierarten sind davon betroffen – viele stehen vor dem Aussterben. Plastik ist schon als Ablagerung auf dem Meeresboden und auf den Eisschollen der Arktis entdeckt worden. Oder als „bunter Strand“ an den Küsten  Osterinseln.

Mikroplastik entsteht nicht nur durch den Zerfall von Kunststoff durch UV-Sonnenlicht-Strahlen. Es wird auch von der Industrie in Güter des täglichen Gebrauchs eingearbeitet wie z.B.: Kosmetika, Zahnpasta, etc. und gelangt auch durch den Verzehr von Meerestieren wieder zurück in unseren Organismus. Man kann sich die Folgen für uns Menschen ausrechnen (oder zum Beispiel hier nachlesen.)

Sehr bewegend zum Thema Plastik und seine Auswirkungen auch Werner Bootes Film „Plastic Planet“ .

Wir sollten die Ozeane und ihre Bewohner schützen. Aus Respekt – weil sie Teil unseres Lebensraumes sind und wunderschön. Wir haben nur diese Erde und wir sollten verdammt noch mal besser auf sie aufpassen.

Es ist höchste Zeit. Lasst uns bei uns selbst beginnen.

 

Wir haben keinen PLAN(ET) B!

 

 

Wer sich mehr mit dem Thema beschäftigen möchte, dem habe ich hier ein paar wenige LINKS zusammengetragen – im Internet findet sich dazu noch sehr viel mehr:

Nachfüllbar: Waschen und Putzen ohne Chemie und Müll

Blog: Top10-die-beliebtesten-plastikfreien-online-shops

Plastikfrei leben: 10 Tipps/

80 Tipps & Tricks – Plastikfrei Leben ohne Müll

87 Tipps für dein Leben ohne Plastik

Nachhaltiges Engagement in Österreich

Greenpeace Österreich

Global2000

Iamgood

Stofftaschen Bio & Fair

Film „Plastic Planet“

Ocean Cleanup Project _ Start Sept.18

 

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Anmerkung:

Ich bekomme keine Provision oder habe sonst irgendeinen Vorteil von diesem Blogartikel. Dieser Text entstand aus dem tiefen Wunsch heraus, Initiativen FÜR unseren Planeten zu fördern. 

 

 

 

 

Selbstliebe

In meinem letzten Blog-Beitrag (Love is the message) habe ich mir die Frage gestellt: „Wer von uns liebt sich wirklich aufrichtig und bedingungslos?“.

Wissen wir überhaupt, wie sich das anfühlt bzw. anfühlen soll? Ich fürchte, dass man das den meisten von uns irgendwie nie beigebracht hat. Oft lernen wir schon als Kinder, dass wir Zuneigung, Aufmerksamkeit, und manchmal auch Liebe, nur über ein bestimmtes Verhalten bekommen (brav, fleißig, ruhig, unauffällig, höflich, ordentlich, bescheiden, usw.).  Fallen wir aus diesem „Verhaltens-Kodex“ heraus, erfahren wir durch Worte und Taten, dass wir nicht entsprechen und werden mit Zuneigungs-Entzug „korrigiert“. Man begreift recht schnell, dass man sich „anpassen“ muss und wartet dann auf das „OK“ der Umwelt.

So gesehen ist es kein Wunder, dass es ganz wenige Menschen auf dieser schönen Welt gibt, die sich wirklich vorbehaltlos gut finden, lieben und annehmen. Wir mäkeln an uns herum. Sind unglücklich und unzufrieden über alles Mögliche und suchen Anerkennung, Bestätigung, Glück und Liebe im Außen. Bei anderen.

(Und manchmal auch durch Dinge…viiiiiiele Dinge. Wie sonst könnte man den Shopping-Irrsinn in der westlichen Welt erklären?! – „Kauf Dich glücklich!“ ????- echt jetzt ?!?!)

„Wonach suchst Du? Nach Glück, Liebe, Seelenfrieden? Suche nicht am anderen Ende der Welt danach, sonst wirst Du enttäuscht, verbittert und verzweifelt zurückkehren. Suche am anderen Ende deiner selbst danach, in der Tiefe deines Herzens.“ – tibetische Überlieferung

Klingt einleuchtend. Bleibt immer noch die Frage: Wie macht man das? Wie sucht man in der Tiefe seines Herzens? Wie liebt man sich selbst?

Eine Definition sagt: Selbstliebe bedeutet, gut für sich selbst zu sorgen. Aaaaaaha. Aber ich sorge doch gut für mich: ich esse gesund und ausgewogen, pflege mich und meinen Körper, entspanne und bewege mich regelmäßig. Trotzdem höre ich einen inneren Monolog: „Ich bin zu dick, zu uninteressant, nicht schön genug, nicht erfolgreich genug, nicht liebenswert, zu klein, zu groß, zu dünn, zu…, zu…“. Dieses „gut-für–sich-selbst-sorgen“ kann also mit der o.a. Definition offensichtlich nicht gemeint sein.

Die exaktere Definition wäre: Selbstliebe ist, dass wir uns bewusst werden, was für uns richtig und wichtig ist, dass wir genau wissen, wer wir sind, wer wir sein wollen, was wir wollen und was nicht, was uns guttut und was nicht, wo unsere Grenzen sind. Mangelnde Selbstliebe kann nämlich dazu führen, dass wir anderen erlauben, unsere Grenzen zu übertreten. Oder wir machen uns zum Opfer. Dann sind andere an unserem Unglück schuld: Eltern, die uns nicht gegeben haben, was wir brauchen, oder Partner, die uns nicht genug Liebe geben, nicht achten oder verstehen. Denn nicht was jemand über dich sagt oder denkt ist wichtig, sondern wie du über denkst.

Selbstliebe erfordert unsere Bereitschaft, uns selbst zu erforschen – mit allen unseren Stärken und Schwächen. Und dann auch dafür einzustehen und Verantwortung für sich zu übernehmen – achtsam und respektvoll. Dann können wir uns anderen gegenüber abgrenzen, ohne sie zu verletzen. Denn Selbstliebe hat wirklich nichts mit Egoismus oder Egozentrik zu tun.

Man sorgt sich um sich selbst und schaut darauf, dass es einem gut geht, sucht nicht länger nach Erfüllung im Außen. So werden wir unabhängig. Wir sehen unsere eigenen Anteile am Geschehen und wir stellen keine Bedingungen mehr, die unser Umfeld erfüllen muss, um unserer Liebe „würdig“ zu sein. Wir öffnen unser Herz für uns und andere. Selbst wenn wir unser Gegenüber nicht ohne Vorbehalte lieben können, empfinden wir zumindest Mitgefühl. Aus diesem Verständnis heraus können wir handeln. Die Welt ändert sich, wenn wir anfangen, uns selbst zu lieben. Es gibt unserem Leben eine neue Dimension von Leichtigkeit.

What a wonderful world this could be …

Ich wünsche uns allen, dass wir uns bald frisch verlieben – in uns selbst:

You are beautiful. You are perfect. 

Love is the message

Unlängst hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die in ihrer Beziehung sehr unzufrieden ist. Irgendwann sagte sie dann zu mir: „Weißt Du, ich hab‘ mich so oft um ihn bemüht, aber es kam nie was zurück“.

Das hat mir zu denken gegeben: Muss mein Partner mir etwas zurückgeben? In welcher Form? Und was? Soll/Darf/Muss man etwas als „Gegenleistung“ erwarten? Und was wäre das? Wer legt fest, was als Ausgleich adäquat ist? Liebt mich der andere nur dann richtig, wenn ich etwas für meine Bemühungen erhalte? Muss die Liebes-Waage immer ausgeglichen werden?

Ist das Liebe? Oder eher eine Buchhaltung der Erwartungen? Wissen wir überhaupt, wie Liebe geht? Wie sich – echte, wahre, bedingungslose – Liebe anfühlt? Oder sind wir nur bedürftig und auf der Suche nach Energieaustausch: Mir fehlt dies-und-das und mein Partner ist dafür da, diesen Mangel aufzufüllen!?!

Jesus sagt: „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst!“

Frage: Wer von uns liebt sich wirklich aufrichtig und bedingungslos?

Zweite Frage: Wie lieben wir dann eigentlich unsere Nächsten?

Die Antwort darauf kann sich wohl jeder selbst geben.

E. Tolle schreibt dazu sehr passend in seiner Kolumne im Happinez Magazin (3/2018):

Jemanden zu lieben oder ihn haben zu wollen, ist für das Ego dasselbe, während die wahre Liebe keine Besitzansprüche kennt. Wer liebt, wird auch nicht versuchen, den Partner zu ändern. Doch was im normalen Sprachgebrauch Liebe genannt wird, ist eine Strategie des Egos, um Hingabe zu vermeiden. Du erwartest, dass ein anderer Dir etwas gibt, das Du nur durch Hingabe erhalten kannst. Dein Ego sucht sich einen Menschen aus und macht ihn zu etwas Besonderem. Es benutzt diesen Menschen, um die ständige unterschwellige Unzufriedenheit zu überdecken, das Gefühl „nicht genug“ zu haben oder zu sein, sowie den Zorn und den Hass, die immer damit einhergehen. […]

Falls eine Beziehung nicht funktioniert, sei froh: alles, was unbewusst war, wird nun ans Licht gebracht. Das kann die Erlösung sein. […] Das Objekt deiner Liebe kann wechseln. Manche Menschen gehen durch viele verschiedene Beziehungen. Sie lieben den anderen so lange, bis es nicht mehr funktioniert, denn keiner kann den universalen Schmerz für immer abdecken. Allein die Hingabe kann dir geben, was du vom Objekt deiner Liebe erwartest. […]

Wahre Liebe erblüht immer jenseits des Verstandes.

Dazu hat auch Neal Donald Walsh in einem Interview mal sinngemäß gesagt: Gib das aus vollem Herzen hin, von dem Du glaubst, Du brauchst es bzw. hast es nicht oder nicht genug, wie z.B. Aufmerksamkeit oder Liebe, und Du wirst entdecken, das alles schon in Dir ist und dass DU unerschöpflich davon abgeben kannst. Wir sind Fülle.

Ich hab‘ meiner Freundin geraten, sich mal für ein Monat in eine „Love – Challenge“ zu begeben: Liebe ohne Erwartungshaltung, ohne Wenn und Aber.

Bin gespannt, was sie berichtet.