Leben im Autopilot-Modus

Unser Gehirn ist eine unermüdliche „Aufzeichnungsmaschine“. Alles, was wir bislang erlebt, erfahren, gefühlt und gelernt haben, wird dort gespeichert. Unsere tagtäglichen Wiederholungen werden über die Jahre zu Gewohnheiten, zu automatisch ablaufenden unbewussten Gedanken, Entscheidungen, Verhaltensweisen und Emotionen.

Wenn wir etwas immer und immer wieder machen bzw. denken, erzeugt unser Gehirn daraus eine Art „Software“, ein starkes neuronales Netzwerk, damit Abläufe schneller funktionieren können. Dieses „fire & wire“-Prinzip kennen wir vom Lernen: Was am Anfang noch schwer fällt, wird bei regelmäßiger Wiederholung immer einfacher. Prinzipiell eine gute Sache.

Allerdings heißt das auf der anderen Seite auch, dass wir schon bald hauptsächlich „erinnerte Programme“ abrufen, die den Großteil unseres Ichs repräsentieren. Wir leben also quasi jeden Tag dasselbe Leben mit den immer gleichen Gedanken, Emotionen und Glaubenssätzen, die im Gehirn als dichte neurologische Netze verdrahtet sind. Mit der Zeit übernimmt der Körper die Kontrolle – er kennt die Programmierungen ja mittlerweile – und wir laufen mehr oder weniger auf Autopilot in eine – mit einigen wenigen Abweichungen – vorhersehbare, berechenbare immer gleiche Zukunft. Wir können im Prinzip das Gestern hernehmen und es auf das Heute draufstülpen. Keine berauschende Aussicht.

Die meisten Menschen in der westlichen Welt greifen zum Beispiel beim Aufwachen zuerst nach ihrem Handy. Dann stehen sie auf und machen meist das genau Gleiche wie am Vortag, mit den immer gleichen Abläufen. Das erklärt, warum viele Menschen irgendwann schwer frustriert nach dem Sinn des Lebens fragen oder ins Burn-out rutschen. 90 % unserer Gedanken sind dieselben wie jene vom Vortag!

Zurück zur Aufzeichnungsmaschine Gehirn

Unser Denken erzeugt unsere Befindlichkeiten, weil unsere Gedanken alleine Gefühle erzeugen können und diese wieder Gedanken und dann wieder Gefühle … ein stetiger Kreislauf. Wir sind in diesen unbewussten Gedankenkreisen regelrecht gefangen. Und unser Körper ist in dieser Hinsicht äußerst objektiv: Er unterscheidet nicht zwischen einer realen Erfahrung und einem Gedanken.

Kleines Experiment gefällig? Beobachte, wie sich deine Stimmung durch die folgende Übung verändert:

Verziehe dein Gesicht zu einem Lächeln, von einem Ohr zum anderen. Einfach so. Als würdest du grad den besten Witz deines Lebens hören und darüber lachen müssen. Halte diese „Grimasse“ (vulgo „Grinsekatze“) für mindestens eine Minute. Meist hebt sich die Laune in dieser kurzen Zeit, weil das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird, was durch einen Nervenreflex beim Lachen (über das Kiefer ins Gehirn) aktiviert wird.

Mehr kurze alltagstaugliche Übungen findest du hier

Die vier Schritte zur Veränderung

Schritt 1:  Bewusst.sein und Veränderungswille

Der erste Schritt zum Wandel besteht darin, sich b e w u s s t  dafür zu entscheiden, diese Veränderung machen zu wollen.

Danach darfst du dich und deine Abläufe mal bewusst wahrnehmen und beobachten. Schreib dir zum Beispiel auf, welche Routinen du Tag für Tag hast. Machst du die immer gleichen Dinge? Ärgerst du dich tagtäglich über das Gleiche? Bist du schon beim Aufstehen frustriert? Manches ist tief im Unterbewusstsein vergraben und wird eventuell länger brauchen, um es zu erkennen bzw. zu verändern. Such dir anfangs jene Dinge heraus, die dir leicht (auf)fallen, und beginne dort mit der Veränderung.

Schritt 2: Gedankenschleifen stoppen

Hol dir deine unbewussten (hinderlichen) Gedankenschleifen ins Bewusstsein. Beobachte achtsam: Was denkst Du den lieben langen Tag über dich, deine Mitmenschen, dein Leben, deine Gesundheit, Geld usw. Notiere dir die Sätze und lasse sie auf dich wirken. Dann frage dich, woher sie kommen und vor allem, ob du sie weiter denken willst, ob sie (noch) immer gelten, (noch) immer wahr sind. Ertappe dich dabei, wenn du sie wieder und wieder hervorholst und nimm dir vor, diese Gedanken zu unterbrechen und nicht weiterzudenken. Ich zum Beispiel schnippe mit den Fingern und sage mir dann: „Hör auf damit. Denke einen neuen Gedanken!” – funktioniert gut für mich.

Schritt 3: Abläufe verändern

Beginne schon in der Früh damit, deine Abläufe leicht zu verändern. Zum Beispiel könntest du dir, bevor du aufstehst, noch fünf Minuten in Ruhe schenken, um im Tag anzukommen. Denk nicht an deinen Terminkalender, nicht daran, was du im Lauf der nächsten Minuten zu tun hast oder was gestern passiert ist. Einfach nur sein. Dankbar für den neuen Tag und all die Dinge, die du schon hast wie Gesundheit, Freunde, Familie, ein Dach über dem Kopf, einen Job, Geld, Essen …). So kannst du üben, im gegenwärtigen Moment zu sein. Setz dich beim Frühstück auf einen anderen Sessel. Fahre einen anderen Weg in die Arbeit, steig eine Station früher aus … Ich glaube, du weißt, was ich meine.

Schritt 4: Präsent sein

Lenke während des Tages dein Bewusstsein immer wieder auf die Gegenwart. Dazu nutzt du deinen Atem, denn er geschieht nur im gegenwärtigen Moment. Atmen ist immer Gegenwart. Wenn du dir Zeit nimmst, kurz innezuhalten und dich – vielleicht sogar mit geschlossenen Augen, damit du die Verbindung zur Außenwelt unterbrichst – auf deinen tiefen ruhigen Atmen zu konzentrieren, wirst du feststellen, dass sich etwas verändert. Vergangenheit ist vorüber, Zukunft findet noch nicht statt. Du bist präsent. Sich zu verändern, heißt über dein Umfeld und deine Lebensumstände hinauszuwachsen.

Neue Abläufe, neue Sichtweisen, neu Gelerntes, das zu neuen Denkweisen führt, sollte also logischerweise auch zu neuen Wahlmöglichkeiten und Entscheidungen führen, die – wenn sie umgesetzt werden – zu neuen Verhaltensweisen führen sollten. Dadurch können neue Erfahrungen entstehen, die neue Gefühle erzeugen. Neue Gefühle und neue Emotionen sollten neue Gedanken hervorrufen. Das fördert deine Weiterentwicklung.


You must be playing your mind – your mind should not be playing you. – Sadhguru


Rechne damit, dass dein Verstand (und auch dein Körper) dir öfter „einreden” wollen, dass das alles Unfug und viel zu kompliziert ist. Schließlich wollen sie die altbewährten einfachen, schnellen und erprobten Pfade nicht verlassen. Lass dich davon nicht beeindrucken. Bleib dran, auch wenn es manchmal mühsam wird.

Wenn Du dabei Unterstützung brauchst, steht ich dir gerne mit Rat und Tat zur Seite: KONTAKT

Kennst du deine Motivation?

Was turnt dich wirklich an, was begeistert dich, was sorgt eher für Unbehagen, was brauchst du in deinem täglichen Umfeld?

Der 2.Teil des IMX Persönlichkeits- und Potentialprofils zeigt dir im Motivations-Index (in Anlehnung an die wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. Spranger und Dr. Allport) jene sieben Grundmotive, die wir Menschen als wichtig empfinden. Wie stark (oder schwach) ausgeprägt sind Wirtschaftlichkeit (WIR), Unabhängigkeit (IND), Wissen/Wahrheit (THE), Altruismus (ALT), Macht/Einfluss (POL), Ordnung/Struktur (REG), Ästhetik/Harmonie (ÄST).

Kennst du deine stärkste Motivation? Was treibt dich jeden Tag an, in oder an die Arbeit zu gehen?

Wenn du zum Beispiel Wirtschaftlichkeit als stärksten Motivator hast, werden dich gutes Gehalt und andere wirtschaftliche Anreize stark triggern. Der ästhetisch motivierte Mensch legt großen Wert auf einen schönen Arbeitsplatz und ein harmonisches Umfeld, wo er ruhig und konzentriert arbeiten kann. Dieser Mensch wird sich auch im Home-Office wohler fühlen, als andere. Individualisten werden für ihre Unabhängigkeit lieber ein geringeres Entgelt akzeptieren, um ihre Freiheit weiterhin leben zu können.

Wer gegen seine „Veranlagungen“ lebt, erfährt dies oft als mühsam und anstrengend. Es lohnt sich daher, genauer auf seine Werte und Motive zu blicken und sie zu verstehen, damit man sie in das persönliche und berufliche Umfeld integrieren kann. Deshalb ist auch die Arbeit an den Motivatoren ein Teil meiner IMX-Stress-Management-Coachings. Auf diese Weise gewinnst du neues Selbstbewusstsein und darfst eine neue Klarheit in dein Leben bringen.

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Verhältst Du Dich authentisch?

Es heißt, dass jene Menschen am erfolgreichsten sind, die sich natürlich verhalten und sich nicht „verbiegen“ (lassen). Wenn es stressig ist und Du unter Druck stehst, reagierst du instinktiv. Je nachdem wie dein natürliches Verhaltensmuster in dir angelegt ist, gehst du auf Rückzug und brauchst Zeit, um zu überlegen, oder Du gehst ins Außen, suchst den Austausch und lässt deinen Emotionen, deinem Frust freien Lauf.

Im entspannten und normalen Alltag passen wir unser Verhalten häufig an unsere Umgebung oder der Erwartungshaltung anderer an. Das haben wir irgendwann mal so „gelernt“ („sei nicht so laut“, „dränge dich nicht so in den Vordergrund“, „sei nicht so aufdringlich“, „Eigenlob stinkt“ und andere regulative Glaubenssätze, die man uns übergestülpt hat…). Unter Stress können wir dieses angepasste Verhalten nicht mehr bewusst steuern, geschweige denn aufrechterhalten. Da gilt nur noch „Kampf oder Flucht“ und wir greifen auf unser ureigenstes, natürliches Verhalten zurück, denn das gibt uns Sicherheit.

Im 1.Teil des IMX Persönlichkeits- und Potentialanalyse-Profils zeigt uns das DISC-Modell (basierend auf den Forschungen von Dr. Marston und Prof. Dr. Geier) die vier Grundmuster unseres natürlichen und adaptiven Verhaltens:

  1. Dezisiv: entschlossen, entscheidungsfreudig, fordernd, wagemutig
  2. Interaktiv: optimistisch, kommunikativ, kontaktfreudig, impulsiv
  3. Stetig: geduldig, beständig, freundlich, änderungsscheu
  4. Umsichtig: systematisch, kritisch, analytisch, gewissenhaft

Im leistungsorientierten (Arbeits-)Alltag fördert bzw. wünscht man sich eher extrovertiertes Verhalten und bewertet Entschlossenheit und Entscheidungsfreude tendenziell höher als Geduld, Freundlichkeit und Beständigkeit. Daher sind viele Menschen bestrebt, sich möglichst tough und durchsetzungsstark zu zeigen, was sich aber – wenn es nur aufgesetzt und eingeübt ist – à la longue auf die persönliche Leistung niederschlägt, dich anstrengt. Leben wir unser natürliches Verhalten, brauchen wir keine Energie dafür aufzuwenden, uns anzupassen oder die Erwartungen anderer zu erfüllen, was auf Dauer einfach nur frustrierend und vor allem stressig ist.

Deshalb gehört zu meinen Stress-Management-Coachings das IMX Tool dazu, weil es als Basis dient, um sich selbst (wieder) besser kennen zu lernen, sich in all seinen Facetten zu akzeptieren und Stolz darauf zu sein. Auf diese Weise gewinnst du neues Selbstbewusstsein und darfst eine neue Leichtigkeit in dein (Arbeits-)Leben bringen.

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Warum eine Morgenroutine wichtig ist

„Der Morgen entscheidet über den Erfolg deines Tages. So viele Menschen wachen auf und checken als erstes ihre Nachrichten, E-Mails und Social Media, ich nutze die erste Stunde des Tages für meine Morgen-Routine: Frühstück und Meditation.“

sagt Caroline Ghosn, eine sehr erfolgreiche junge amerikanische Unternehmerin (Levo League Netzwerk).  

Wie ist das bei Dir? Wie sieht dein Tagesbeginn aus?  

Hast du eine entspannte Morgenroutine oder klopfst du den Wecker jeden Morgen 10 mal auf snooze bevor du dich aus dem Bett quälst und dann alles unter erhöhtem Zeitdruck abläuft? Starten deine Tage häufig in dieser Art von Hektik, damit du nicht zu spät ins Büro oder vor deinen PC kommst? Alles in allem kein gelungener Start in den Tag, denn dein Stresslevel erhöhst du damit schon in den ersten Stunden deines Tages. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 

Ein Morgenritual gibt einem Tag die nötige Ruhe und Kraft, sowie Struktur und Ziel(e). Es kann dir helfen, die oben angeführte (oder ähnliche) Situationen zu verändern. Wenn du am Morgen gleich den Fokus für deinen Tag setzt, kannst du ihn bewusster, entspannter und produktiver gestalten, was schlussendlich deine Lebensqualität verbessert und dein Stresslevel aktiv beeinflusst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen zwar den Vorsatz haben, ihren Tag ruhiger und bewusster zu starten, oft jedoch an den einzelnen Schritten scheitern. Das Allerwichtigste dabei: 

Finde deinen ganz persönlichen Weg. 

Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen. Schließlich soll die Morgenroutine DICH motivieren. Sie muss für dein Leben machbar und nützlich sein. Deshalb habe ich ein paar Tipps und Anregungen für dich zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, deine ganz individuelle Routine zu gestalten.  

#1 offline Schalte dein Mobiltelefon er nach deiner Morgenroutine ein. Lass‘ die Außenwelt, die Sozialen Medien, die Nachrichten mal ganz bewusst links liegen. Das lenkt dich nur (von dir) ab. Schließlich soll diese erste Stunde deines Tag NUR DIR gehören. Unterstütze dich, indem du schon am Vorabend dein Handy auf Flugmodus stellst. Am besten wäre es natürlich, das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen…aber das kannst du ja im nächsten Schritt versuchen.

#2 step-by-step Um Zeit für eine angenehme Morgenroutine zu haben, musst du natürlich früher aufstehen. Gleich eine Stunde früher den Wecker zu stellen ist nicht zielführend. Taste dich lieber im 5-10 Minuten Rhythmus heran, bis du ganz easy früher aufstehen kannst. Beobachte dabei, welches Zeitfenster deinen natürlichen Biorhythmus am besten unterstützt.  

#3 no snooze Die snooze-Taste solltest du nicht mehr benutzen, denn das ständige Aufwachen und Weiterschlafen bringt deinen Körper komplett durcheinander. Dein Gehirn kennt sich nicht mehr aus, welches Signal es an den Körper weitergeben soll. Strecke dich stattdessen nach dem ersten Wecker-Signal ausgiebig und dann zähle von 7 rückwärts. Bei 0 stehst du auf. Das wird am Anfang schwer sein, aber bleib dran und lass dich von Rückschlägen nicht frustrieren.

#4 Bett machen Gleich nach dem Aufstehen! Polster aufschütteln, Decke richten und glattstreichen. Warum? Das sind die kleinen Dinge fürs Unterbewusstsein. Du hast damit gleich deinen ersten Task erledigt und kannst innerlich einen „Tages-Erfolg“ verbuchen und zweitens ist es schön, am Abend in ein schön gemachtes Bett zurückzukehren.  

#5 ausreichend Schlaf Falls du auch zu jenen gehörst, die bei „früher aufstehen“ schwach geworden sind, möchte ich dich beruhigen. An deine geänderte Aufsteh-Zeit passt du natürlich auch die Gesamtdauer deines Schlafes an – alles andere wäre kontraproduktiv. Nur wer ausreichend viel schläft, ist fit und ausgeruht. Erwachsene brauchen zwischen sieben und acht Stunden Schlaf. Wenn du das beachtest und regelmäßige Aufsteh- und Schlafenszeiten einhältst, kannst sich ein natürlicher Schlafrhythmus bei dir einstellen. So findest du heraus, wie viel Schlaf du tatsächlich brauchst, um ausgeruht zu sein. Auch am Wochenende solltest du das beachten, damit sich dein Körper nicht jedes Mal umstellen muss. Denn das bedeutet Stress und beeinträchtigt die Schlafqualität.  

#6 Wasser trinken Wecke und unterstütze deinen Körper mit einem großen Glas lauwarmem Wasser. Damit füllst du die Wasserspeicher deines Körpers wieder etwas auf. Generell gilt, auch während des Tages ausreichend viel Wasser zu trinken.  

#7 Mantra und Stille Bleib in der Stille, lass das Radio aus und nimm dir 5-10 Minuten Zeit.  Vielleicht magst du dir dazu eine Duftkerze oder Räucherstäbchen anzünden. Dann denke darüber nach (in einer kurzen Meditation oder einfach nur innehalten) und schreibe dir auf, wie der Tag für dich sein soll. Worauf legst du deinen Fokus? Was willst du erreichen? Was schaffen? Erstelle dir dann ein positives Mantra, das dich über den Tag begleitet, dich motiviert und an deinen Vorsatz erinnert.⠀(wenn du dabei Hilfe brauchst, schau gerne bei meinen Montags-Mantra-Highlights auf meinem Instagram Account nach. Dort findest du jede Menge Anregungen für deine Tagesmantras). 

#8 Dankbarkeit Diese simple Übung dauert nur 5 Minuten und shiftet dein Mind-Set von Mangel auf Fülle, denn wenn dir bewusst ist, was alles da ist, wofür du (schon) dankbar sein kannst, schaust du ganz anders auf dein Leben. Schreib dir jeden Morgen 1-5 Dinge auf, für die du dankbar bist, z.B. deine Familien, deine Wohnung, dein gemütliches Bett, dein Job, deine Gesundheit, … Eventuell hilft dir für #7 und #8 ein kleines Tagebüchlein: für Mantra und Dankbarkeitspraxis immer eine Seite. Am Ende hast du eine schöne Erinnerung an dein Jahr. 

#9 Bewegung Nichts Großartiges, ein paar einfache Übungen aus dem Yoga wie zB den Sonnengruß, Dehnungsübungen, ein bis zwei Mal um den Block gehen, oder eine Turneinheit aus dem Internet/TV. Was immer dir Spaß macht. Schon 20 Minuten reichen. Warum ist das wichtig? Wir sitzen mehr als wir uns bewegen, und werden immer bequemer und träger. Unser Körper braucht aber auch Zuwendung in Form von Bewegung. Wenn wir das schon am Morgen machen, dann haben wir den ganzen Tag über das gute Gefühl, etwas für unseren wunderbaren Körper getan zu haben. 

#10 Frühstück Nimm dir Zeit dafür, zumindest eine Kleinigkeit zu frühstücken. Warm, gesund und gekocht (Porridge, Eierspeise, Baked Beans…) wäre optimal. Zwischen 7-9 Uhr hat der Magen übrigens seine stärkste Energie und Verdauungskraft, falls du deine Frühstückzeit darauf abstimmen magst. Wenn dich das näher interessiert, empfehle ich eine Ernährungsexpertin nach der TCM (Trad. Chinesischen Medizin).  

Denke daran, dass du nicht nach 100%iger Perfektion streben musst. Wenn es dir 80% der Zeit gelingt, deine Morgenroutine zu machen, bist du schon auf einem sehr guten Weg. Sei nicht zu streng mit dir (was dich wieder stressen würde!).  Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg und Freude mit dem Entwickeln deiner Morgenroutine. Und sei dir bewusst, dass du damit AKTIV etwas für deine Gesundheit und dein Stress-Management machst. 

Wenn Fragen auftauchen, oder du Unterstützung brauchst, dann kontaktiere mich gerne.

Der Angst-Virus

In der großen weltweiten Aufregung rund um den Corona-Virus, hat sich still und stetig ein weiterer hinzugesellt: Der ANGST-Virus. Und er verbreitet sich genauso schnell wie sein medial omnipräsenter „Bruder“. Manche spüren die Angst nur ab und zu. Bei anderen Menschen hat sie schon so viel Seelenraum eingenommen, dass sie sie von ihrem Herzen, unserem stärksten Energiefeld, abgetrennt hat. Um mich herum nehme ich im Moment sehr viele Ängste wahr. Angst vor dem Verlust der Gesundheit, der Freiheit, der Existenz, der Zukunft, dem Tod lieber Menschen oder unserem eigenen. 

Man kann sich den negativen Nachrichten kaum entziehen, jeden Tag gibt es neue Meldungen, die verunsichern. Tagtäglich wird man zwischen Informationen und Des-Informationen hin- und hergezerrt. Kein Wunder, dass man jeden Tag mehr Verwirrung, Verunsicherung und Angst bekommt. Auf Basis dieser Emotionen sollen wir dann Entscheidungen treffen, die unser Leben oder das unserer Kinder betreffen. Was ist richtig? Was ist falsch? Die Angst, nimmt uns regelrecht das bisherige Vertrauen in unsere Entscheidungen. Was uns noch mehr verunsichert. Es ist ein Teufelskreis. 

Angst ist prinzipiell kein guter Ratgeber. 

Angst trennt uns von unserer Schöpferkraft, macht uns schwach und manipulierbar, bringt uns in eine Opferhaltung, macht uns krank, weil sie uns stresst. Bei Stress schüttet unser Körper Hormone wie Adrenalin und Kortisol aus, das wiederum regt die körpereigenen Killerzellen an, den Eindringling zu bekämpfen. In einer Akutsituation ist das sehr wertvoll. Was wir aktuell erleben, ist aber eine permanente Angst (sowie Wut, Unsicherheit, Sorge, Ohnmacht,…), die unser Stresslevel und damit auch die oben genannten Hormone stetig ansteigen lässt und chronisch erhöht hält. Das richtet sich langfristig immer gegen uns und unsere Gesundheit, denn der Körper produziert wesentlich weniger Abwehrzellen, kommt immer mehr in einen Zustand der Erschöpfung und wir werden anfälliger.

Der größte Feind unseres Körpers ist und bleibt die Angst, denn sie hebelt leise und unbemerkt wichtige Stoffwechsel- und Immunprozesse aus. 

Im Stress-Management geht es unter anderem darum, deine Angst oder andere starke Emotionen wahrzunehmen und sie bzw. die Situation, der sie zugrunde liegen, akzeptieren zu lernen. Mit diesem Bewusstsein kannst du dann daran arbeiten, eine Veränderung herbeizuführen und Schritt für Schritt deine Resilienz zu stärken. Die Definition von Resilienz ist die „psychische Widerstandskraft bzw. die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen und eine rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensumständen zu erreichen.“ Dazu gehören verschiedene Komponenten, die aufeinander bezogen und voneinander abhängig sind. Gut kombiniert, stellen sie eine starke Kraft für deine persönliche Entwicklung dar und bewirken eine machtvolle Stärkung deiner Seele, deines Wohlbefindens. Dazu gehören: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientiertheit, Achtsamkeit, Soziale Vernetzung, Selbstwirksamkeit und Zukunftsorientierung. Die meiner Meinung nach wichtigsten Säulen Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientiertheit bewegen und verändern deine mentale Stärke, dein MindSet. Achtsamkeit, Soziale Vernetzung, Selbstwirksamkeit, Zukunftsorientierung sind die Säulen, die dich im Außen, in deiner Welt gut verankern. 

Ja, unser Leben ist nicht mehr das gleiche. Wir werden auch so schnell nicht mehr dahin zurückkehren können, aber lasst uns das Beste daraus machen. 

Eine Übung, um sich der Angst zu entziehen, ist die innere Einkehr. Die Zukunft können wir nicht „erdenken“ oder vorhersagen, nur im Hier und Jetzt, im aktuellen Moment finden wir (wieder) Kraft und Vertrauen in unsere Stärke(n). In der Stille und Besonnenheit eines solchen Moments kann man in Ruhe eine andere Haltung einnehmen. Es erlaubt dir, dich von der Angst gedanklich zu lösen und auf eine andere Emotion zu fokussieren. Was haben dir die letzten 12 Monate an positiven Ereignissen/Situationen/Möglichkeiten gebracht? Und wenn du gleich „nichts“ antwortest, dann schau noch einmal genauer hin. Das müssen keine weltbewegenden Dinge gewesen sein. Auch etwas ganz Kleines kann dir Freude gemacht oder dein Leben erhellt haben. Es ist nichts Verwerfliches daran, wenn man in all dem herrschenden Chaos auch etwas Schönes für sich entdeckt, sich daran erfreut und es genießt. Wir lenken speziell in diesen Zeiten zu viel Aufmerksamkeit auf Negativität. Das ist aus Sicht der Stressbewältigung für deine Gesundheit nicht optimal. Die Konzentration auf das Gute, das Positive ist ein wichtiger Teil im Stressmanagement. Sie senkt das Kortisol und erhöht das „Glückshormon“ Dopamin. Außerdem öffnet dieser optimistische Blick auch das Tor zu deinen inneren Schätzen, zu deinem inneren Reichtum: die dir innewohnende Kraft, deine Intuition, Liebe, Vertrauen, und andere Dinge, an die du schon lange nicht mehr gedacht hast.

Es fällt mir an manchen Tagen auch schwer, mich gegen den Angstvirus abzugrenzen. Es erfordert Ausdauer und Mut. Und es braucht die bewusste Entscheidung dagegen ankämpfen zu wollen.  

Meine Anregung an dich, wenn du dich dazu in der Lage fühlst: Hilf anderen, in welcher Weise auch immer es sich für dich richtig anfühlt, ihre Angst auszubalancieren. Das kann ein Lächeln sein, eine kleine Berührung, aufmunternde Worte.  Wenn Du dabei selbst Unterstützung brauchst, dann stehe ich gerne zur Verfügung: Kontakt

Brutto-National-Glück

Heutzutage ist Glück ein wichtiges Thema, vor allem wenn man in einer so technisch und effizienzorientierten Zeit wie der unseren lebt. Viele Menschen jagen dem Glück nach, aber wenige wissen, wie sie es bekommen. Und irgendwie scheint immer zu wenig vorhanden zu sein.

Die Forschungen der Positiven Psychologie haben unter anderem ergeben, dass

50% unseres Glücks genetisch vorgegeben sind.

10% unseres Glücks sich auf „äußere Umstände“ zurückführen lassen.

40% des restlichen Glücks durch bewusste Tätigkeiten beeinflussbar sind.

Wichtigstes Prinzip bei der Glücksjagd: Nie mit anderen vergleichen. Das ist nämlich die Wurzel des Unglücks. Denn es wird immer jemand geben, der in deinen Augen besser, größer, dünner, schöner, reicher, klüger, erfolgreicher, … ist als du.

Zurück zu den 40% unseres Glücks, die wir beeinflussen können. Das Ranking:

  1. großer Freundeskreis und echte (!) soziale Kontakte
  2. Sport (für die Endorphine)
  3. Reisen
  4. Dankbarkeit (täglich nur 3 Dinge notieren wirkt unglaublich!!)
  5. Ziele: was ist WIRKLICH wichtig in meinem Leben.

Falls es jemand vermisst: GELD macht nicht glücklich. Und ich rede NICHT von Menschen, deren Existenz bedroht ist. Ich rede von Menschen, die gut situiert sind, die Wohnung, Essen, Auto, Sicherheit, Freizeit, etc. haben, die aber trotzdem unzufrieden sind und nach (noch) mehr Geld streben. In Europa (und auch andernorts) herrscht der Irrtum, dass Glück hauptsächlich etwas mit Geld, Wohlstand oder materiellem Zugewinn zu tun hat. Dabei ist mittlerweile erwiesen, dass die Freude über z.B. eine Gehaltserhöhung nach 2-3 Monaten rapide nachlässt, ja sogar fast erlischt.

Im Buddhismus wird Glück als Zustand innerer Ausgeglichenheit definiert. Glück hängt also nicht davon ab was du hast oder bist, sondern was du über dich und dein Leben denkst. Vermutlich gibt es deshalb im Königreich Bhutan das „Bruttonationalglück“ (GNH) als wirtschaftliche Einheit. Die Steigerung des GNH gilt dort als wichtigste Maxime! Schon 1974 erklärte der damalige König Jigme Singye Wangchuck, dass man dem „Gross National Happiness“ und nicht dem BIP politisch verpflichtet sei – sozusagen als buddhistische Gegenbewegung zu der in der westlichen Welt vorherrschenden Jagd nach mehr Effizienz, mehr Produktivität, mehr Profit. Jede öffentliche Investition, jede Gesetzesänderung muss sich daran messen lassen, ob sie dem Allgemeinwohl dient und nicht einer Gier nach Wachstum. Gefällt mir!

In diesem Sinne: Verbringe Zeit mit deinen Freunden, bewege dich regelmäßig, schau dir die Welt an, zelebriere Dankbarkeit und finde heraus, was wirklich zählen soll in deinem Leben.

Und vor allem: DENK DICH GLÜCKLICH.

Kopfkino

Du kannst schon wieder nicht schlafen?!

Deine Probleme und unerledigten Aufgaben kreisen unaufhörlich durch deine Gedanken? Du wälzt dich im Bett hin und her und schaust ständig auf die Uhr? Und wenn du dann endlich einschlafen kannst, läutet nach kürzester Zeit der Wecker und du bist gerädert, erschöpft und unausgeruht. Dein Start in den Tag ist mühsam, im Job bist du oft unkonzentriert und die Fehlerhäufigkeit steigt. Was unangenehme Folgen haben könnte… und schon grübelst und grübelst du, das Sorgen-Karussell dreht sich. Wie ein Helikopter umkreist man das Problem, ohne die Lösung zu sehen. Und zu allem Überfluss gesellen dann auch noch starke Emotionen wie Angst, Hilflosigkeit oder Ärger dazu.

Dass das der Gesundheit schadet liegt auf der Hand.

Unser Körper wird im Schlaf regeneriert und repariert. Wenn wir nicht ausreichend schlafen (können), leidet unser ganzes System. Und das ständige Grübeln kann (lt. einiger neurologischer Studien) oft Vorläufer einer Depression sein.

Also nix wie raus aus dem „Kopfkino“ – Aber wie?

An erster Stelle steht: Denken ändern.

Wir sind so im Strudel der oben erwähnten Gefühle (Angst, Hilflosigkeit oder Ärger), dass wir gar nicht mehr darauf achten, welche Gedanken dahinterstecken bzw. sie auslösen. In Afrika heißt es

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

In unserem Fall heißt das: Hol‘ dich raus aus deiner Negativ-Spirale. Schau genau hin, wie du denkst. Stress entsteht oft in Gedanken, denn eine Situation an sich ist neutral. Erst wie du darüber denkst bzw. dann handelst, löst Kortisol (Stresshormon) im Körper aus. Verändern sich die Gedanken, verändern sich auch die Gefühle. Wenn du dranbleibst und regelmäßig übst, kannst du nach ca. 6-8 Wochen eine positive Veränderung deines Verhaltens, deiner Gefühle bemerken.

Zweitens: Entspannung suchen.

Wir leben in einer Welt der medialen Reizüberflutung. Davon bewusst längere Auszeiten zu nehmen, kann wunderbare Effekte auf deinen Schlaf haben, weil das Gehirn nachts nicht so viel verarbeiten muss.

Drittens: bewusstes Atmen.

Wenn du bemerkst, dass dir „alles zu viel“ ist, dann mach Pause. Nur 3 Minuten können schon helfen. Schließe einfach nur die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem.

Viertens: Sorgenkiste füllen.

Schreib dir vor dem Schlafen gehen alle Aufgaben und Probleme „von der Seele“. Lege den Zettel in eine schöne Kiste, wo er sicher verwahrt ist. Am Morgen kannst du ihn dann wieder rausholen und dich mit den Themen ausgeruht und entspannt beschäftigen.

und zu guter Letzt: Grinsekatze spielen.

Unser Gehirn weiß nicht, ob du wirklich fröhlich bist, wenn du lächelst. Allein die Aktivierung der dafür notwendigen Muskulatur, löst die Ausschüttung von Dopamin (Glückshormon) aus.

Also: auf die Plätze – grinsen – Dopamiiiin.

Photo by Annie Spratt on Unsplash

Nichts weckt die Erinnerung so stark wie ein Duft. Victor Hugo

Weißt du noch, wie du dich im letzten Advent gefühlt hast, als die Wohnung erfüllt war vom Duft der frisch gebackenen Kekse? Und geht es dir auch so, dass du sofort an deinen letzten Urlaub am Meer denkst, wenn du in der kalten Jahreszeit an deiner Sonnencreme riechst? Das Glückshormon Dopamin steigt nicht nur an, wenn wir etwas Angenehmes zum ersten Mal erleben, sondern auch wenn wir uns daran erinnern.  

Unser Geruchssinn hat eine direkte Verbindung zu Erinnerungen und Emotionen. Ob wir den Geruch als etwas Schönes oder Gefahr einstufen, ist eine sehr wichtige menschliche Fähigkeit. Die olfaktorische Drüse ist die stärkste Drüse des Körpers und wichtigster Helfer beim Abruf von Erinnerungen und Gefühlszuständen. Bestimmte Gerüche – wie z.B. Lavendel oder Rosmarin – entspannen das Gehirn und stimulieren Regionen, die für die Bildung von Langzeiterinnerungen zuständig sind.

Wie kannst du das für dich im Alltag nutzen?

Wir sind täglich mit so vielen Ablenkungen konfrontiert, dass die Konzentrationsfähigkeit unseres Gehirns negativ beeinflusst wird. Durch die regelmäßige Anwendung von Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, können wir diese permanente Reizüberflutung unterbrechen. Wir fokussieren unsere Aufmerksamkeit auf unseren Atem und lernen, uns wieder zu zentrieren und können mit der Zeit bewusster steuern, welchen Dingen wir Aufmerksamkeit schenken.  

Wenn wir also nun diese Atemübungen mit etwas Positivem koppeln, wie z.B. einem angenehmen Duft, dann aktivieren und knüpfen wir sozusagen ein neues neuronales Netz.

Nach einer gewissen Zeit des regelmäßigen Entspannungs-Aroma-Trainings, kannst du dann in stressigen Situationen einfach den Duft aus deinem Übungs-Setting versprühen und dein Gehirn kann – mit Unterstützung der olfaktorischen Drüse – schneller auf „Entschleunigung“ umschalten. Experimentiere mit allen möglichen Gerüchen, bis du „deinen“ Duft gefunden hast. 

Das hilft auch deinen Kindern:

Studien belegen, dass Menschen, die während der Aufnahme neuer Informationen einem bestimmten Duft ausgesetzt sind, das Erlernte besser erinnern, wenn sie dabei den gleichen Duft wahrnehmen. Man kann also die Lernsituation bzw. die Aufnahme/Konzentration verbessern, indem man mit Gerüchen (sehr wirkungsvoll ist hier z.B. Minze) unterstützt.

Wenn du noch mehr machen magst und dein Kind sich dabei wohl fühlt, kannst du auch noch den Hörsinn aktivieren, indem du leise, angenehme Geräusche aus der Natur von einer CD abspielst (raschelnde Blätter, sanft tröpfelndes Wasser, …).

 

Probiere einfach aus, was dein Kind am liebsten hat.

Verwende bei den Aromen aber ausschließlich hochwertige Produkte aus ätherischen Ölen.  

 

Welche Wirkung? 

Blumendüfte: sorgen für angenehme Träume

Lavendel / Rosmarin: Verbessern die Erinnerung, fördern die Entspannung

Kiefer: Beruhigt

Pfefferminze: Erinnerung, Konzentration, sportliche Leistungen

Mehr zum Thema Wirkung von Düften/Aromen findest Du im Internet z.B. hier

Effizienz

In fast jeder Firma wird dieses Wort irgendwann mal von dem einen oder der anderen ManagerIN verwendet, um klar zu machen, dass eine Abteilung, die Mitarbeiter, ein Prozess, ein Produkt effizienter werden muss. Meist bedeutet das, dass man weniger Geld/Personal einsetzen will, um dafür mehr Gewinn/Produktivität zu erhalten. Kurz: die Wirtschaftlichkeit (=die Kosten-Nutzen-Relation) soll stark verbessert werden. Meist geht das auf Kosten der Menschen, die zur Effizienz angehalten werden. Die müssen sich ranhalten, kurzfassen, schneller werden, 50 Sachen gleichzeitig im Auge behalten und dabei weiterhin freundlich und höflich zu den Kollegen und/oder Kunden sein. Um alles schaffen zu können, werden die Arbeitstage zwangsläufig länger, so wie auch die To-Do-Listen. Und während man telefoniert, checkt man die zahlreichen e-Mails, die noch ungeöffnet im Posteingang lauern und denkt an das nächste Meeting, das in 10 Minuten anfängt und wofür man sich eigentlich schon längst hätte vorbereiten sollen, wäre da nicht die kurzfristige Vorverlegung des Präsentationstermins beim Vorstand dazwischengekommen. *ächz*.

Ich kenne Menschen, die sich dann aber auch in ihrer Freizeit dem Effizienz-Wahn verschrieben haben: Sie packen immer mehr Action in ihr Leben, hetzen vom Brunch zum Power-Shopping (…kauf dich glücklich, du erinnerst dich?!), checken dazwischen permanent ihr Handy auf neue Infos, hören nur mehr mit einem Ohr zu, wenn man mit ihnen spricht und müssen am Wochenende sicher zu 3-4 Events oder Verabredungen. Nicht zu vergessen, dass sie vorher oder nachher oder um 23 Uhr ja auch noch „g’schwind“ das sporteln unterbringen müssen. Und so geht das immer weiter und weiter, ohne Rast und Ruh‘, bis zur Erschöpfung oder bis zum Montag, wo man dann klagt, dass man keine Zeit hatte und „fix und fertig“ ist, weil das Wochenende einfach viel zu kurz war.

Positive Effizienz

Trotzdem finde ich, dass man Effizienz auch sehr wohl positiv verstehen kann. Es geht beim Begriff „Effizienz“ ja darum, dein Handeln so zu optimieren, dass du das gewünschte Ziel auch möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreichst. Wenn du also effizient bist, damit es Dir besser geht oder Du Zeit für deine Entspannung gewinnst, so ist das durchaus positiv zu bewerten und du ziehst daraus Nutzen für dein Wohlbefinden.

Ein paar Beispiele gefällig?

1)  Ich mach das ganz gerne auch gleich als Achtsamkeits-/Konzentrationsübung: Ich schließe die Augen und gehe im Geiste durch „meinen“ Markt, wo ich immer zum Einkaufen hingehe. Und dann schreibe ich Gang für Gang auf, was ich von dort brauche. So wird meine Zeit im Supermarkt später dann nicht zu lang. (ich liebe es nämlich, neue Produkte zu entdecken – und dann bin ich gleich mal viel länger unterwegs, als ich geplant hatte).

2)    Ich koche auch von Zeit zu Zeit gleich größere Mengen und friere sie portionsweise ein. So erspare ich mir das tägliche Kochen und habe immer etwas Selbstgemachtes im Kühlschrank – ich bin nämlich überhaupt keine Freundin von Fertigprodukten, weil 1.) viiiiel zu viel unnatürliche Dinge da drin sind und 2.) dabei viiiieel zu viel Plastikmüll entsteht.

3)    Den Weg zur Arbeit (oder Teile davon) zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

4)    Eine ganz liebe (Ex-) Kollegin hatte unter ihrem Schreibtisch ein Mini-Bike, mit dem sie während ihrer Zeit im Büro immer fleißig strampelte.

5)    Stufen steigen statt Lift fahren.

6)    …?! *

Punkte 3-5 helfen dir, so ganz „nebenbei“ etwas für deine Gesundheit zu tun. Die „gesparte“ Zeit kannst du dann für Ruhe, Stille und Entspannung nutzen. Und nicht, dass Du glaubst, ich bin bei allem super-diszipliniert und mach das dauernd. Aber weißt du was: ich bemühe mich, so oft es geht, diese Dinge einzubauen. Und ich freu mich immer sehr, wenn es mir wieder gelungen ist.

*Vielleicht fallen dir noch weitere Möglichkeiten für positive Effizienz ein. Lass‘ es mich wissen. Bin neugierig auf deine Kreativität.

Work-Life-Balance

Zum August-Blog (24 Stunden) möchte ich noch ein Thema nachtragen: die vielzitierte Work-Life-Balance*.

Für mich war lange Zeit die gängige Definition schlüssig & gültig: Die Arbeit und das Leben in eine gesunde Balance zu bringen. Weil unsere Jobs uns immer mehr abverlangen. Immer mehr Druck und Herausforderung, mehr Leistung, mehr Effizienz, mehr Überstunden, mehr Belastung, mehr, mehr, mehr in vielen Bereichen. Stress pur. Und wenig bis keine Verschnaufpausen. Kein Wunder, dass Arbeit für viele Menschen irgendwann kein Vergnügen mehr ist und man sich nach Freizeit, Urlaub bzw. dem Leben abseits der Arbeit sehnt.

Aber ist diese Trennung Hier-Arbeit/Dort-Leben wirklich gut? Worauf ich hinaus will: Wenn wir die Zeit in der Arbeit nicht auch als Lebenszeit schätzen, dann gehen wir zwangsläufig davon aus, dass ein Teil unseres Tages nicht so wertvoll sind wie der Rest. Vielleicht empfinden wir Arbeitszeit sogar als „verschwendete“ oder „vergeudete“ Zeit unseres Lebens.

Wenn es auch nicht der Traumjob ist, so sind es trotzdem etliche Stunden unseres Lebens, die wir damit verbringen. Egal was man beruflich macht: Ich kann mich jeden Morgen dafür entscheiden, mein Bestes zu geben und mit einer positiven Haltung durch den Tag zu gehen. Wunderbarer Nebeneffekt: auf lange Frist gesehen, wirkt sich das auf das eigene Wohlbefinden (Stärkung der Resilienz) und natürlich auch auf das Umfeld (Kunden, Kollegen, Betriebsklima, …) aus und ich wage zu behaupten auch auf den Erfolg des Unternehmens. Menschen mit positiver Grundhaltung, die Freundlichkeit und Begeisterung ausstrahlen, werden ihren Teil zum Erfolg beitragen: Was Du aussendest, wird zu Dir zurückkommen.

zum Nachdenken: Wenn Du eine nette, freundliche Bedienung erfährst, wirst Du eher geneigt sein zu kaufen oder Trinkgeld zu geben, als bei einer grantig-unfreundlichen, oder?

 

Ich möchte meine Interpretation der „Work-Life-Balance“ vorstellen: Sie ist ein Plädoyer zur Wiedervereinigung von Arbeit, Leben und Zufriedenheit. Gebündelte Kraft: Arbeit ist Leben ist Freude; eine Work-Life-Force.

Jeden einzelnen Tag sieh als einzelnes Leben an – SENECA

Ich finde, das sollten wir uns zu Herzen nehmen.

Jede Stunde, jeder Tag ist kostbar und hält Geschenke für dich bereit. Öffne dein Herz und du wirst sie alle sehen können. Mach deine Welt zu einem besseren Ort mit jeder kleinen Geste der Offenheit, Freundlichkeit, Dankbarkeit, Freude, Großzügigkeit, Begeisterung, Ehrlichkeit oder einfach mit einem Lächeln.

 

 

*Die Entstehung des Begriffes geht zurück auf die Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert als durch die neuen Technologien die Verlagerung von etlichen Arbeitsplätzen in die Fabriken erfolgte und somit zu einer Trennung von Arbeits- und Lebensgemeinschaft führte (wie z.B. Bauern, Handwerker, etc.).

Wikipedia definiert:

Beim Begriff WORK_LIFE_BALANCE wird davon ausgegangen, dass (Berufs-)Arbeit („work“) etwas anderes sei und abseits passiere vom Leben („life“). Ursache für diese Einschätzung können Überforderung oder Unterforderung im Erwerbs-Arbeitsleben sein.