Der Angst-Virus

In der großen weltweiten Aufregung rund um den Corona-Virus, hat sich still und stetig ein weiterer hinzugesellt: Der ANGST-Virus. Und er verbreitet sich genauso schnell wie sein medial omnipräsenter „Bruder“. Manche spüren die Angst nur ab und zu. Bei anderen Menschen hat sie schon so viel Seelenraum eingenommen, dass sie sie von ihrem Herzen, unserem stärksten Energiefeld, abgetrennt hat. Um mich herum nehme ich im Moment sehr viele Ängste wahr. Angst vor dem Verlust der Gesundheit, der Freiheit, der Existenz, der Zukunft, dem Tod lieber Menschen oder unserem eigenen. 

Man kann sich den negativen Nachrichten kaum entziehen, jeden Tag gibt es neue Meldungen, die verunsichern. Tagtäglich wird man zwischen Informationen und Des-Informationen hin- und hergezerrt. Kein Wunder, dass man jeden Tag mehr Verwirrung, Verunsicherung und Angst bekommt. Auf Basis dieser Emotionen sollen wir dann Entscheidungen treffen, die unser Leben oder das unserer Kinder betreffen. Was ist richtig? Was ist falsch? Die Angst, nimmt uns regelrecht das bisherige Vertrauen in unsere Entscheidungen. Was uns noch mehr verunsichert. Es ist ein Teufelskreis. 

Angst ist prinzipiell kein guter Ratgeber. 

Angst trennt uns von unserer Schöpferkraft, macht uns schwach und manipulierbar, bringt uns in eine Opferhaltung, macht uns krank, weil sie uns stresst. Bei Stress schüttet unser Körper Hormone wie Adrenalin und Kortisol aus, das wiederum regt die körpereigenen Killerzellen an, den Eindringling zu bekämpfen. In einer Akutsituation ist das sehr wertvoll. Was wir aktuell erleben, ist aber eine permanente Angst (sowie Wut, Unsicherheit, Sorge, Ohnmacht,…), die unser Stresslevel und damit auch die oben genannten Hormone stetig ansteigen lässt und chronisch erhöht hält. Das richtet sich langfristig immer gegen uns und unsere Gesundheit, denn der Körper produziert wesentlich weniger Abwehrzellen, kommt immer mehr in einen Zustand der Erschöpfung und wir werden anfälliger.

Der größte Feind unseres Körpers ist und bleibt die Angst, denn sie hebelt leise und unbemerkt wichtige Stoffwechsel- und Immunprozesse aus. 

Im Stress-Management geht es unter anderem darum, deine Angst oder andere starke Emotionen wahrzunehmen und sie bzw. die Situation, der sie zugrunde liegen, akzeptieren zu lernen. Mit diesem Bewusstsein kannst du dann daran arbeiten, eine Veränderung herbeizuführen und Schritt für Schritt deine Resilienz zu stärken. Die Definition von Resilienz ist die „psychische Widerstandskraft bzw. die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen und eine rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensumständen zu erreichen.“ Dazu gehören verschiedene Komponenten, die aufeinander bezogen und voneinander abhängig sind. Gut kombiniert, stellen sie eine starke Kraft für deine persönliche Entwicklung dar und bewirken eine machtvolle Stärkung deiner Seele, deines Wohlbefindens. Dazu gehören: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientiertheit, Achtsamkeit, Soziale Vernetzung, Selbstwirksamkeit und Zukunftsorientierung. Die meiner Meinung nach wichtigsten Säulen Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientiertheit bewegen und verändern deine mentale Stärke, dein MindSet. Achtsamkeit, Soziale Vernetzung, Selbstwirksamkeit, Zukunftsorientierung sind die Säulen, die dich im Außen, in deiner Welt gut verankern. 

Ja, unser Leben ist nicht mehr das gleiche. Wir werden auch so schnell nicht mehr dahin zurückkehren können, aber lasst uns das Beste daraus machen. 

Eine Übung, um sich der Angst zu entziehen, ist die innere Einkehr. Die Zukunft können wir nicht „erdenken“ oder vorhersagen, nur im Hier und Jetzt, im aktuellen Moment finden wir (wieder) Kraft und Vertrauen in unsere Stärke(n). In der Stille und Besonnenheit eines solchen Moments kann man in Ruhe eine andere Haltung einnehmen. Es erlaubt dir, dich von der Angst gedanklich zu lösen und auf eine andere Emotion zu fokussieren. Was haben dir die letzten 12 Monate an positiven Ereignissen/Situationen/Möglichkeiten gebracht? Und wenn du gleich „nichts“ antwortest, dann schau noch einmal genauer hin. Das müssen keine weltbewegenden Dinge gewesen sein. Auch etwas ganz Kleines kann dir Freude gemacht oder dein Leben erhellt haben. Es ist nichts Verwerfliches daran, wenn man in all dem herrschenden Chaos auch etwas Schönes für sich entdeckt, sich daran erfreut und es genießt. Wir lenken speziell in diesen Zeiten zu viel Aufmerksamkeit auf Negativität. Das ist aus Sicht der Stressbewältigung für deine Gesundheit nicht optimal. Die Konzentration auf das Gute, das Positive ist ein wichtiger Teil im Stressmanagement. Sie senkt das Kortisol und erhöht das „Glückshormon“ Dopamin. Außerdem öffnet dieser optimistische Blick auch das Tor zu deinen inneren Schätzen, zu deinem inneren Reichtum: die dir innewohnende Kraft, deine Intuition, Liebe, Vertrauen, und andere Dinge, an die du schon lange nicht mehr gedacht hast.

Es fällt mir an manchen Tagen auch schwer, mich gegen den Angstvirus abzugrenzen. Es erfordert Ausdauer und Mut. Und es braucht die bewusste Entscheidung dagegen ankämpfen zu wollen.  

Meine Anregung an dich, wenn du dich dazu in der Lage fühlst: Hilf anderen, in welcher Weise auch immer es sich für dich richtig anfühlt, ihre Angst auszubalancieren. Das kann ein Lächeln sein, eine kleine Berührung, aufmunternde Worte.  Wenn Du dabei selbst Unterstützung brauchst, dann stehe ich gerne zur Verfügung: Kontakt

Stressbedingte Erkrankungen

Deine Gesundheit ist zerbrechlich. Auch wenn es dir nicht so vorkommt.

In unserer modernen Welt haben wir an fast jedem Tag stressige Situationen, mit denen wir konfrontiert sind. Stress an sich ist aber nicht das Problem, solange immer wieder ausreichend Ruhe- und Erholungsphasen eingebaut werden. Forschungen haben ergeben, dass ein gesunder Organismus rund 100 Minuten braucht, um alle Stresshormone abzubauen und die Stressauswirkungen zu neutralisieren. Statt uns aber einen Ausgleich zu schaffen, packen wir tagtäglich mehr und mehr Kortisol in unseren Körper. Du kannst Dir vorstellen, was passiert, wenn wir körperlich ständig in „Alarmbereitschaft“ sind.

Die gesamten Kraftreserven werden vom Stress aufgebraucht, mit dem Ergebnis, dass andere wichtige Körperfunktionen leiden. Trotz hohem Energieverbrauch läuft die Verdauung auf Sparflamme und der Körper wird nicht optimal mit Nährstoffen versorgt. Unser Körper sucht die Balance, versucht, dich gesund zu erhalten, gleicht aus. Und irgendwann kann er nicht mehr. Dann taucht das erste kleine Wehwehchen auf, dann zwickts mal hier und da, oder du hast regelmäßig Schlafstörungen. Dann hilft dir meist der Gang zum Arzt. Alles wieder wunderbar. Bis zum nächsten gesundheitlichen Problem:

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Dies ist der Beginn eines gefährlichen Teufelskreises, der später zu einem Burnout-Zustand führen kann. Mit dem Stress und deinem Körper verhält es sich so ähnlich, wie mit einem Auto, das du im 1. Gang mit 130 Sachen über die Autobahn jagst. Der Motor wird das nicht aushalten. Dein Körper hält den Stress auf Dauer auch nicht aus, wenn Du nicht rechtzeitig dafür sorgst, das Kortisol wieder abzubauen.

Was kannst Du tun? Sorge für regelmäßige Entspannung, gönne dir Pausen. Achte auf die Zeichen deines Körpers und handle. Eher früher als später.

Falls Dich das Thema triggert, Fragen auftauchen, oder Du Deinen Stresslevel endlich reduzieren willst, unterstütze ich Dich gerne dabei: KONTAKT

 

 

Photo by Ksenia Makagonova on Unsplash

Stress entsteht im Gehirn

Die 3 Hauptteile des Gehirns, in denen Stress entsteht, sind der 1) Hirnstamm, 2) das Limbische System mit Thalamus, Hypothalamus, Hippocampus und Amygdala, sowie 3) das Stirnhirn (Großhirnrinde):

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1) Eine bedrohliche Situation wird über unsere Sinnesorgane aufgenommen und zunächst an den Hirnstamm geleitet. Man nennt diesen sehr alten Teil unseres Gehirns auch Reptiliengehirn. Er steuert wichtige Lebensfunktionen wie Atmung und Herzschlag und reagiert instinktiv.

2) Im Limbischen System (Gefühlshirn; gürtelförmig um Hirnstamm gruppiert), nimmt der Thalamus die erste Bewertung der eingehenden Reize vor. Die Amygdala (Mandelkern) ist Sitz unserer Emotionen (speziell der Angst) und nimmt somit eine wichtige Position beim Stressgeschehen ein. Der Hypothalamus regelt Dinge wie Hunger, Durst, Wasserhaushalt oder Körpertemperatur.

3) Das Großhirn/Denkhirn ist (entwicklungsgeschichtlich) der jüngste Hirnteil. Es kann Bewertungen vornehmen. Dazu wird auf im Hippocampus abgespeicherte Erinnerungen und Erfahrungen zurückgegriffen. Und es besitzt die Fähigkeit anhand von Hinweisen noch nicht eingetretene Gefahren in der Vorstellung vorwegnehmen (antizipieren).

 

Als Gefahr werden jene Situationen bewertet, die Erinnerungen an ähnliche, vergangene Situationen wachrufen, in denen man sich hilflos oder unsicher gefühlt hat, einer Aufgabe nicht gewachsen war oder Angst hatte. Hat das Großhirn diesen Zusammenhang hergestellt, wird die Stressreaktion in Gang gesetzt.

„Chronischer Stress“ entsteht, wenn der Körper über einen längeren Zeitraum zu großen Belastungen ausgesetzt ist. Die Betroffenen sind sich zum Teil gar nicht bewusst, dass sie unter zu großem Stress leiden. Wenn Stress aber zu einem Dauerzustand wird, braucht der Körper länger als gewöhnlich, um wieder den Normalzustand zu erreichen. Dadurch wird das natürliche Gleichgewicht des Körpers gestört. Der Körper „speichert“ das Stressniveau als „Normalzustand“ ab und Stress wird dann zur Droge, die der Körper benötigt, um sich vermeintlich wohl zu fühlen. Wir entwickeln eine Sucht nach Adrenalin und Kortisol.

Unsere gesamten Kraftreserven werden vom Stress verbraucht und viele wichtige  Körperfunktionen leiden: Die Verdauung läuft auf Sparflamme und der Körper wird nicht optimal mit Nährstoffen versorgt. Das ist der Beginn eines gefährlichen Teufelskreises, der später zu einem Burnout-Zustand führen kann.

Stress an sich ist nicht das Problem, solange immer wieder ausreichend Ruhe- und Erholungsphasen eingebaut werden. Forschungen haben ergeben, dass ein gesunder Organismus rund 100 Minuten braucht, um alle Stresshormone abzubauen und die Stressauswirkungen zu neutralisieren.

Wie ist das denn in deinem Leben? Was sind deine persönlichen Stresssituationen? Gehen diese fließend ineinander über oder hast du dazwischen tatsächlich auch immer wieder die o.a. 100 Minuten zur Regeneration?

Falls Dich das Thema triggert, Fragen auftauchen, oder Du Deinen Stresslevel endlich reduzieren willst, unterstütze ich Dich gerne dabei: KONTAKT

 

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Stress

Es gibt kaum ein Wort in unserer modernen Gesellschaft, dass so oft gebraucht wird wie >STRESS<. Aber was genau bedeutet Stress eigentlich und wie entsteht er? Dieses Jahr widme ich mich in meinen Blog-Beiträgen dem Thema Stress und seinen vielen Facetten. Falls Dich das Thema triggert, Fragen auftauchen, oder Du Dein Stresslevel endlich reduzieren willst, unterstütze ich Dich gerne dabei: KONTAKT.

 

Heutzutage sagen ja viele Menschen, sie seien gestresst. Mittlerweile verdrehen viele schon die Augen, wenn es um das Thema geht. Manchmal zu Recht, denn der Begriff wird auch sehr oft missbräuchlich verwendet und muss für etliche Dinge herhalten. Jeder Mensch versteht natürlich etwas anderes darunter, wenn er sagt: „Ich bin gestresst“. Das ist mitunter ein Problem. Denn manchmal wird Stress zum Statussymbol, weil es besser klingt, als gelangweilt zu sein oder nix zu tun zu haben. Schließlich dreht sich unsere Welt ja immer schneller und verlangt nach immer mehr Effizienz und Leistung. Stress wird in manchen Fällen auch vorgeschoben, um sich vor Verantwortung zu flüchten oder sich nicht mit einem Thema / Menschen auseinanderzusetzen zu müssen. Manchmal muss er auch als Ausrede für nicht erfolgte oder nicht ausreichende Leistungen herhalten.

Unbestritten ist jedoch, dass STRESS zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen unserer modernen Gesellschaft zählt. Die WHO spricht sogar von DER Seuche des 21. Jahrhunderts. Im Jahr entstehen -lt. WHO- der Weltwirtschaft Kosten in Höhe von rund 850 Milliarden Euro wegen psychischer Gesundheitsprobleme. Tendenz leider steigend.

Und es ist ja auch kein Wunder. Alles wird immer schneller und schneller. Kaum mehr Zeit zu schnaufen. In meiner Jugend ging es noch viel gemächlicher zu. Wir hatten noch echte Muße-Zeiten. Mir kommt vor, das ist komplett verloren gegangen. Immer gibt es irgendwas zu checken, zu erleben, zu erledigen: „permanent entertainment“. Niemals wirkliche Ruhe, ständig prasselt irgendein Reiz auf uns ein.

Der Begriff Stress wurde durch den österr./kanadischen Arzt und Biochemiker Dr. Hans Selye in den 1940er Jahren in die Medizin eingeführt. Er bezeichnete damit ganz allgemein die Auswirkungen von Belastungen auf lebende Körper. Stress ist also die körperliche Antwort von allen Lebewesen auf Veränderungen der Lebensbedingungen oder des Umfeldes.

Aber auch auf positiven Stress (Eustress) reagiert der Körper und benötigt Ruhephasen. Auf der körperlichen Ebene ist es nicht relevant, ob wir eine Situation als positiv oder negativ einstufen. In China z.B. gilt auch die übergroße Freude als Möglichkeit aus der Balance zu geraten. Prinzipiell ist Stress nichts Schlechtes. Er verhilft uns kurzfristig zu Höchstleistungen – aber als Dauerzustand gefährdet er massiv unsere Gesundheit.

Stress ist nicht nur ein Produkt unserer Zeit. Auch in früheren Epochen haben Hunger, Krieg, Flucht, Umweltkatastrophen, etc. Stress ausgelöst. Die Auslöser heute sind natürlich andere und auch die Möglichkeiten, damit umzugehen haben sich verändert. Die Wahrnehmung, Bewusstheit und Akzeptanz in der Gesellschaft spielen selbstverständlich auch eine wichtige Rolle bei den Betroffenen.

Stress entsteht, wenn viele Veränderungen unseres Lebens oder der augenblicklichen Situation in kurzer Zeit erfolgen. Zu schnell für das Eintrainieren einer neuen Verhaltensweise (Stressbewältigung nach Lazarus). Wenn wir das Gefühl haben, unsere bisherigen Bewältigungserfahrung reichen nicht aus. Und wenn es zu einem Kontrollverlust über das eigene Leben kommt und/oder kein Ende ersichtlich ist.

Was löst Stress – in welcher Form auch immer – in uns aus? Warum hat uns die Natur dieses Reaktionsmodell mitgegeben? Stressreaktionen sind Schutzreaktionen vor Gefahren. Damit wir als Individuum und als Art überleben können.

Mehr dazu im nächsten Beitrag. Stay tuned.

 

 

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