Ich hatte die wunderbare Chance mein Entspannungs- & Resilienztraining an der

GTVS 3., Landstraßer Hauptstraße 146

IMG_8569

im November 2017 als Pilot-Projekt zu starten. Über ein ganzes Schuljahr hinweg, habe ich mit den Kindern und Lehrerinnen der Klassen 1B und 2A dieses Projekt umgesetzt.

Mittlerweile läuft dieses Training schon im Schulbetrieb als fixer Bestandteil in 5 Klassen. Mit wunderbaren Erfolgen: Nachzulesen Hier und Hier auch

Wenn Du interessiert bist, das Projekt auch in deine Schule/Klasse zu bringen, kontaktiere mich für ein unverbindliches Info-Gespräch: KONTAKT

AM ANFANG…

… Im Zuge meiner Ausbildung zur Gesundheitspädagogin (Schwerpunkt Stressmanagement) ist mir aufgefallen, dass Kinder beim Thema Stress irgendwie immer durch den Rost fallen.  Kaum jemand nimmt an, dass Kinder gestresst sein könnten.

Abgesehen vom ganz normalen Alltag, kommen bei manchen Kindern jedoch Ausnahmesituationen wie z.B. Familienkrisen (Scheidung, Trennung, Gewalt, …), ein neues Geschwisterchen oder ein grundsätzlich schwieriges soziales Umfeld dazu. Der Schuleintritt ist aufregend und stellt eine (weitere) Belastung dar. Er erfordert Anpassung und Eingewöhnung an viele neue Umstände: Mitschüler, die ganz neu und unterschiedlich sozialisiert sind, sich in diesem neuen Umfeld/Gruppe behaupten, der neue Rhythmus des Tages, sich beeilen und pünktlich sein müssen, nervöse, gestresste Eltern, die sich auch umgewöhnen müssen, zahlreiche Ansprüche der Schule, des Elternhauses und des sozialen Umfelds, Hausübungen, Regeln und Pflichten, neue Anforderungen, Konzentration & Aufmerksamkeit für Lernstoff, Lärm, Unruhe, ungewohnte Rituale, gehetztes Essen, Leistungsdruck, später dann noch Schularbeiten,  etc., etc. …und natürlich viel weniger Zeit zum Spielen und zum „runterkommen“ .

Der Stress äußert sich bei Kindern und Jugendlichen meist durch:

  • Einschlaf- und Schlafstörungen
  • Häufig unerklärliche Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Aggression
  • Konzentrationsschwächen
  • psychosomatische Beschwerden
  • Depressive Verstimmung und
  • Teilnahmslosigkeit

 

Für mich war klar: Wir müssen unseren Kindern ein adäquates Rüstzeug mitgeben, besser mit alltäglichen Belastungen umzugehen, dann haben sie die Möglichkeit, ihre Resilienz zu steigern. Aus gestressten Kindern werden sonst gestresste Erwachsene, die sich nicht bewusst sind, wie sie aus ihrer Belastungsspirale aussteigen können und dann vielleicht ins Burnout schlittern.

Deshalb ist es mir so wichtig, das Entspannungs- und Resilienztraining in den Schulalltag zu integrieren. Es dient den Schülern als Werkzeug, Herausforderungen gelassener zu meistern. Sie profitieren davon, weil sie besser mit Stress, Prüfungen und schwierigen sozialen Kontakten umgehen können. Sie werden SELBST.BEWUSSTER.

Regelmäßige Entspannung bringt mehr Konzentration, Aufmerksamkeit und Wohlbefinden und stärkt die Resilienz. Zahlreiche Studien belegen diese Wirkung.

DER ABLAUF…

…Ich habe den Lehrerinnen der 1B und 2A meine Vision/mein Training vorgestellt und nach Rücksprache mit den Direktorinnen durften wir dieses Pilot-Projekt starten:

PHASE 1 – Das Atmen

In den ersten Wochen habe ich morgens mit den Kindern die meditative Atemübung trainiert. Die Lehrerinnen haben das nach dem Mittagessen und am Ende des Unterrichts wiederholt. So hatten die Kinder über den Tag verteilt immer wieder Ruhepausen und Möglichkeiten „sich-zu-sammeln“.

(Neurobiologisch haben die Kids so ihrem Gehirn das Signal gegeben, die „Alarmbereitschaft“ zurückzufahren, die Stresshormone zu reduzieren und auf Normalmodus umzuschalten. Das verbesserte ihre Lern- und Konzentrationsfähigkeit.)

PHASE 2 – Du steuerst deine Gefühle und nicht umgekehrt!

Wissen vermitteln: Die Erkenntnisse der Neurobiologie und Biologie kindgerecht verpackt.

Was passiert eigentlich im Körper und Gehirn, wenn Emotionen wie Ärger, Wut, Angst, etc. auftauchen? Welche Rolle spielt das Gehirn dabei? Was ist „Stress“, was Cortisol und Adrenalin und was bewirken sie? Und warum die Atemübung, die wir seit Wochen üben, so wichtig dabei ist.

Mit diesem Wissen um die Gehirn- & Körperfunktionen verstehen die Kinder, dass sie ihre Gefühle steuern und nicht umgekehrt. Sie haben die Macht, selbst zu entscheiden, ob sie in einer unangenehmen Emotion (Wut, Ärger, Angst, u.ä.) verharren und „im Affekt“ handeln wollen, oder ob sie durch Entspannung/Atmung dieses Gefühl überwinden und wieder ruhig und gelassen agieren wollen.

PHASE 3 – Sinne schulen und positives Mind-Set

Im Entspannungstraining geht es auch um Achtsamkeit. Darum eine bestimmte Sache mit allen Sinnen ganz genau zu fokussieren. (So entsteht höhere Aufmerksamkeit und bessere Konzentrationsfähigkeit). Und es geht auch darum, sich ein positives Mind-Set aufzubauen.

In dieser Phase des Schuljahres wurden die Kinder spielerisch mit all ihren Sinnen vertraut gemacht. Wer achtsam ist, hat mehr Offenheit in seiner Wahrnehmung – frei von Bewertungen – und kann aufmerksam im Hier und Jetzt sein.

Dann haben wir an der inneren Haltung gearbeitet, an der positiven Einstellung zum Leben, am positiven Mind-Set ganz allgemein. Wir sprachen, übten, überlegten, bastelten und dachten über Mitgefühl nach, versuchten andere Sichtweisen verstehen und damit Respekt & Toleranz zu leben, optimistisch zu denken, Glück zu erkennen,  zu sammeln und zu feiern, Dankbarkeit bewusst zu machen und zu zelebrieren.

PHASE 4 – Abschluss und Rückschau

In den letzten 2 Wochen vor Schulschluss haben wir das ganze Jahr noch einmal Revue passieren lassen und haben uns an die vielen schönen, aufregenden, lustigen, spannenden Begegnungen und Momente unseres gemeinsamen Schuljahres erinnert. Ein weiterer Glücksmoment.

 

DIE LEARNINGS & ERFOLGE…

…für Kinder und LehrerInnen sinnvoll

  • Achtsamkeit schafft eine Haltung von gegenseitigem Respekt und Toleranz. Als achtsamer und gelassener Mensch können LehrerInnen und Kinder sich und andere besser annehmen und wertfrei betrachten.
  • LehrerInnen lernen – gleichzeitig mit den Kindern – ihre eigene Entspannung und Achtsamkeit zu schulen und profitieren so auch für sich selbst. Durch die größere Gelassenheit meistern sie die Herausforderungen des Schulalltags ebenfalls besser.

Eine Lehrerin hat die Atemübung immer wieder zur Beruhigung eingesetzt, wenn sie selbst gestresst & aufgeregt oder die Kinder sehr unkonzentriert / unruhig waren. Die Kinder geben danach auch immer wieder als Feedback, dass es ihnen sehr gut getan hat, mit der Atemübung zu entspannen. 

…was wichtig ist:

  • Die Lehrer müssen das Training aus vollem Herzen mittragen und leben.  Wird es nicht konsequent und regelmäßig gemacht, kann es nicht voll wirken. Das ist wie bei einem Muskeltraining: sobald man aufhört, wird der Muskel schwächer = für die Atemübung heißt das, die Kinder können dann nicht in die Ruhe kommen, halten die Zeit der Stille nicht gut aus, sind unruhig und lassen sich schnell stören / ablenken.

Eine Lehrerin berichtet: „Bei einer Entspannungsübung im Liegen im Turnsaal gelingt es den Kindern jetzt viel schneller zu relaxen und ruhig zu werden.“

  •  Die aufzuwendende Zeit für das Training ist überschaubar: insgesamt 10 Minuten pro Tag für die Atemübungen (morgens – mittags – abends) und ca. 10-15 Minuten pro Tag für aktuelles Thema.
  • Mehr Tun – weniger Reden: wenn die Kinder die Themen erleben können, verinnerlichen sie das besser. Sie lieben es aktiv mitzumachen: vorlesen, basteln, verkosten, raten, suchen, entdecken, Puls messen, …

 

…Kinderstimmen & Erwachsenenstimmen & kleine Erfolge:

N. tröstet weinende L. mit den Worten: „Sei nicht traurig, atme ganz tief, dann kannst du dich wieder beruhigen.“

A. setzt sich nach anfänglicher Total-Verweigerung schließlich immer wieder zu uns und macht bei der Atemübung mit.

V. sagt bei der Dankbarkeits-Session: „Ich bin dankbar, dass ich auf der Welt bin“.

L. spürt schon instinktiv (nach verkürzter Atem-Übungs-Zeit): „Das waren jetzt aber keine 3 Minuten“.

Nach einer Sinnesübung (schmecken, tasten, riechen) sagen die Kinder, dass die Übung sehr cool war. C.: Renate, ich find dich wirklich cool und F.: Wieso weißt Du das alles?

Ein paar Kinder üben auch zu Hause, um besser einschlafen zu können. Sie sagen, es tut ihnen gut.

Ein paar Eltern geben Feedback: es sei genau das Richtige, was die Klasse braucht.

L. weint nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit – sie kann viel besser mit Frustration umgehen.

 

 

DANKSAGUNG…

Danke an die Direktorinnen, die das möglich gemacht haben: VDn Karin Laritz, SDn Marcella Feichtinger.

Danke an die Lehrerinnen, die mich tatkräftig unterstützt haben: Petra Meixner, Karo Dworschak, Karin Heinrich, Doris Voss, Sandra Despotovic.

Und natürlich ein riesengroßes Danke an die Kinder der 1B und 2A, die mit Begeisterung und offenem Herzen dabei waren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Wenn Du an diesem Projekt für deine Klasse /Schule interessiert bist, kontaktiere mich für ein unverbindliches Info-Gespräch.