Effizienz

In fast jeder Firma wird dieses Wort irgendwann mal von dem einen oder der anderen ManagerIN verwendet, um klar zu machen, dass eine Abteilung, die Mitarbeiter, ein Prozess, ein Produkt effizienter werden muss. Meist bedeutet das, dass man weniger Geld/Personal einsetzen will, um dafür mehr Gewinn/Produktivität zu erhalten. Kurz: die Wirtschaftlichkeit (=die Kosten-Nutzen-Relation) soll stark verbessert werden. Meist geht das auf Kosten der Menschen, die zur Effizienz angehalten werden. Die müssen sich ranhalten, kurzfassen, schneller werden, 50 Sachen gleichzeitig im Auge behalten und dabei weiterhin freundlich und höflich zu den Kollegen und/oder Kunden sein. Um alles schaffen zu können, werden die Arbeitstage zwangsläufig länger, so wie auch die To-Do-Listen. Und während man telefoniert, checkt man die zahlreichen e-Mails, die noch ungeöffnet im Posteingang lauern und denkt an das nächste Meeting, das in 10 Minuten anfängt und wofür man sich eigentlich schon längst hätte vorbereiten sollen, wäre da nicht die kurzfristige Vorverlegung des Präsentationstermins beim Vorstand dazwischengekommen. *ächz*.

Ich kenne Menschen, die sich dann aber auch in ihrer Freizeit dem Effizienz-Wahn verschrieben haben: Sie packen immer mehr Action in ihr Leben, hetzen vom Brunch zum Power-Shopping (…kauf dich glücklich, du erinnerst dich?!), checken dazwischen permanent ihr Handy auf neue Infos, hören nur mehr mit einem Ohr zu, wenn man mit ihnen spricht und müssen am Wochenende sicher zu 3-4 Events oder Verabredungen. Nicht zu vergessen, dass sie vorher oder nachher oder um 23 Uhr ja auch noch „g’schwind“ das sporteln unterbringen müssen. Und so geht das immer weiter und weiter, ohne Rast und Ruh‘, bis zur Erschöpfung oder bis zum Montag, wo man dann klagt, dass man keine Zeit hatte und „fix und fertig“ ist, weil das Wochenende einfach viel zu kurz war.

Positive Effizienz

Trotzdem finde ich, dass man Effizienz auch sehr wohl positiv verstehen kann. Es geht beim Begriff „Effizienz“ ja darum, dein Handeln so zu optimieren, dass du das gewünschte Ziel auch möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreichst. Wenn du also effizient bist, damit es Dir besser geht oder Du Zeit für deine Entspannung gewinnst, so ist das durchaus positiv zu bewerten und du ziehst daraus Nutzen für dein Wohlbefinden.

Ein paar Beispiele gefällig?

1)  Ich mach das ganz gerne auch gleich als Achtsamkeits-/Konzentrationsübung: Ich schließe die Augen und gehe im Geiste durch „meinen“ Markt, wo ich immer zum Einkaufen hingehe. Und dann schreibe ich Gang für Gang auf, was ich von dort brauche. So wird meine Zeit im Supermarkt später dann nicht zu lang. (ich liebe es nämlich, neue Produkte zu entdecken – und dann bin ich gleich mal viel länger unterwegs, als ich geplant hatte).

2)    Ich koche auch von Zeit zu Zeit gleich größere Mengen und friere sie portionsweise ein. So erspare ich mir das tägliche Kochen und habe immer etwas Selbstgemachtes im Kühlschrank – ich bin nämlich überhaupt keine Freundin von Fertigprodukten, weil 1.) viiiiel zu viel unnatürliche Dinge da drin sind und 2.) dabei viiiieel zu viel Plastikmüll entsteht.

3)    Den Weg zur Arbeit (oder Teile davon) zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

4)    Eine ganz liebe (Ex-) Kollegin hatte unter ihrem Schreibtisch ein Mini-Bike, mit dem sie während ihrer Zeit im Büro immer fleißig strampelte.

5)    Stufen steigen statt Lift fahren.

6)    …?! *

Punkte 3-5 helfen dir, so ganz „nebenbei“ etwas für deine Gesundheit zu tun. Die „gesparte“ Zeit kannst du dann für Ruhe, Stille und Entspannung nutzen. Und nicht, dass Du glaubst, ich bin bei allem super-diszipliniert und mach das dauernd. Aber weißt du was: ich bemühe mich, so oft es geht, diese Dinge einzubauen. Und ich freu mich immer sehr, wenn es mir wieder gelungen ist.

*Vielleicht fallen dir noch weitere Möglichkeiten für positive Effizienz ein. Lass‘ es mich wissen. Bin neugierig auf deine Kreativität.

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